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DSi-Redakteur Andrej Schwabe führte am 27.
Juni 2003 ein Interview mit dem Autor des Romans "Im Spiegel der
Möglichkeiten", Karl-Josef Durwen.
Sein im Jahr 2001 erschienenes Buch dreht sich um die philosophischen
Themen unserer Zeit, die nicht zuletzt anhand von Themen und Figuren der SF-
und Fantasy-Literatur, vor allem auch Star Trek, dem Leser näher gebracht
werden. Zwei Mädchen treffen im Internet auf einen Unbekannten, der sie mit
tief gehenden Fragen immer mehr an Altbekanntem und Vertrautem zweifeln lässt.
Schließlich entwickelt sich für sie - und für den Leser - ein Netz aus Gedanken
und Theorien, die man durchaus als Philosophie unserer Gegenwart bezeichnen
darf.
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DSi: |
Sie sind
promovierter Landschaftsökologe. Was hat Sie dazu geführt, ein
philosophisches Buch zu schreiben? |
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Durwen: |
Geschrieben habe ich schon immer gern, früher Kurzgeschichten.
Dann habe ich mich mehr und mehr auch für Fragen der Philosophie - gerade
auch im Zusammenhang mit Naturverständnis (Metaphysik) - interessiert und für
Umweltethik. |
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DSi: |
Fing
alles also - wie bei den frühen Philosophen auch - bei den Fragen an die
Natur an. Woher komme ich? Wohin gehe ich? Woraus bestehe ich? |
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Durwen: |
Durchaus, und dann: Wer bin ich in welcher Welt? Ist die überhaupt
real? |
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DSi: |
Ich finde
es bizarr, mir vorzustellen, die Welt wäre nicht real! |
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Durwen: |
Wie wollen Sie feststellen, was real ist? Wissen Sie, wer hier
tippt? - Vielleicht eine Frau, ein junger oder alter Mensch, ein Roboter?
Warum glauben Sie, ich sei der, für den Sie mich halten? |
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DSi: |
Das ist
das Schwierige an der Philosophie, weshalb viele über die Philosophie
witzeln, sie führe zu nichts. |
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Durwen: |
Na dann lassen wir's doch einfach und ziehen uns eine Soap
rein. Zu was führt die? |
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DSi: |
Zu Verdummung,
würde man behaupten. |
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Durwen: |
Philosophie hoffentlich nicht. Aber was heißt denn Philosophie
eigentlich: neugierig sein, fragen, suchen, wieder neu fragen. Ist doch ganz
natürlich für ein denkendes Ding. |
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DSi: |
Würden
Sie daran unsere Gesellschaft messen, wie sehr sie "sich Soaps
reinzieht"? Was halten Sie von unserer Gesellschaft? |
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Durwen: |
Der Begriff Gesellschaft ist schon so umfassend, dass es nicht
"eine" Antwort geben kann. Aber - um mal auf Star Trek zu kommen -
es ist doch sehr interessant zu beobachten, dass man die ideale Gesellschaft
dieser virtuellen Welt, die Roddenberry initiiert hat, sehr hoch schätzt und
z.B. mit Picard einen Philosophen als Boss akzeptiert: das Ideal des Platon
in seiner Gesellschaftstheorie. |
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DSi: |
Warum
haben Sie Data und nicht Picard als Aufhänger Ihrer Geschichte gewählt? Und
warum nicht Kirk oder eine Figur aus den neueren Serien? |
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Durwen: |
Das ist ganz einfach. Data ist Androide, eine perfekte
Maschine mit einer KI, die die Intelligenz jedes Menschen übertrifft und
irgendwie bewundern wir alle ihn. Zugleich aber will er Mensch sein und damit
ist das Grundthema gelegt: Was ist menschlich, welche Rolle spielt Technik
und darf sie spielen. Oder auch die Frage, was ist Leben? |
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DSi: |
Was
verbinden Sie mit der utopischen Gesellschaft in Star Trek? Ist es für Sie
ein Abbild unserer Wünsche? Oder eine zurück gebliebene Vision des 19.
Jahrhunderts, in der der Humanismus eine so entscheidende Rolle gespielt hat
und Vernunft als die einzige Rettung galt? |
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Durwen: |
Das sind einige Dinge: Toleranz, Individualität, ein sehr
"gesunder" Umgang mit Technik, die man gebraucht, der man sich aber
nicht unterwirft, dann auch solche Dinge wie die Nichteinmischung usw. |
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DSi: |
Haben Sie
die neuen Serien gesehen? |
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Durwen: |
Nein, höchstens ein bis zwei halbe Folgen. |
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DSi: |
Wie
betrachten Sie die Entwicklung hin zu mehr Action und Effekten, weg von der
Diskussion, die Picards Zeit so geprägt hatte? Ein Abbild unserer Zeit? |
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Durwen: |
Ja, die Charaktere verlieren, die Show gewinnt. Die besten
Folgen der NG hatten eigentlich aktuelle gesellschaftliche Themen zum Inhalt,
die in der Star Trek-Welt gespiegelt wurden: vom Ost-West-Konflikt bis zur
Gentechnik. |
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DSi: |
Vielleicht
prägt gerade die amerikanische Angst ihre eigene Unterhaltungsindustrie? |
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Durwen: |
Vielleicht fehlt konkret bei Star Trek auch nur der alte
geistige Vater, ich weiß es nicht, ob es Zeitgeist oder Handschrift ist. |
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DSi: |
Wie
stehen Sie im Allgemeinen zu Star Trek? Ist es für Sie Hobby oder betrachten
Sie Star Trek nur aus der Sicht des Autors? |
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Durwen: |
Star Trek hat mich konkret für mein eigenes Projekt
interessiert und ich finde diese sich selbst organisierende Welt sehr
faszinierend, speziell natürlich unter den schon angerissenen Fragen. Etwa
auch der Einfluss auf die Gesellschaft bis hin zu Gerätenamen usw. Aber zur
Unterhaltung und seit ich mein Buch fertig habe, beschäftige ich mich nur
wenig mit Star Trek. |
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DSi: |
Lesen
oder beschäftigen Sie sich mit anderer Science Fiction? Die hat ja auch viel
z.B. mit dem Thema Künstliche Intelligenz zu tun. |
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Durwen: |
Einige bekannte Werke kommen ja auch als Bezugspunkte in meinem
"Spiegel der Möglichkeiten" vor. So die Romane von Douglas Adams
oder im Fantasybereich die "Scheibenwelt" u.a. Natürlich sind Werke
wie die von Asimov etwas ganz Außergewöhnliches. Oder ich denke an die
"Phantomatik" von Stanislaw Lem, der das vorweg nimmt - und
philosophisch aufarbeitet, was heute mit den neuen Medien bis hin zur
Hirnstimulanz Realität ist - aber in den Folgen noch wenig bedacht. |
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DSi: |
Was
halten Sie von deutscher SF? Zum Beispiel dem preisgekrönten Andreas
Eschbach? |
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Durwen: |
Ich gestehe, dass ich da nicht mitreden kann. Aber ist doch
prima, kann ich wieder was neu entdecken! |
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DSi: |
Sie
greifen am Anfang Ihres Buches Jostein Gaarders "Sofies Welt" auf.
Welche Absicht steckt dahinter? Wie fanden Sie den Roman? Wollten Sie
vielleicht eine "bessere Version" von "Sofies Welt"
schreiben? |
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Durwen: |
Ich greife den Roman nicht nur am Anfang auf, er spielt immer
wieder rein. Es ist ein schwieriges Verhältnis, das ich auch auf Ureda unter "Sofies Welt"
und "Gaarder" etwas erläutere: Ich kannte das Buch von Gaarder noch
nicht, als ich mit meinem Plot schon zugange war. Als ich es dann las, war es
wie ein Schock, dass da einer ganz ähnliche Ideen entwickelt. Also was tun?
Erst mal habe ich mein Projekt ruhen lassen, denn "nachmachen"
wollte ich natürlich nicht. Dann habe ich es positiv gesehen: Als zusätzliche
Bezugspunkte, als etwas, mit dem man spielen kann in Motiven und mit
Interpretationen und etwas, dass man auch übertreffen kann. Nicht vom Erfolg
her, aber eigentlich ist "Sofies Welt" "nur" ein - von
mir sehr geschätztes - Märchen und nur Nacherzählung von
Philosophiegeschichte. Dabei ohne die modernen Fragen, ohne Fragen der
Zukunft, ohne Auseinandersetzung mit aktuellen Themen und ohne Bezüge zu
Naturwissenschaft und Technik. |
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DSi: |
Wie ist
es, ein 500 Seiten starkes Philosophie-Buch zu schreiben? Wie lange haben Sie
daran geschrieben? |
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Durwen: |
7 Jahre. |
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DSi: |
Hat es
wegen "Sofies Welt" 7 Jahre gedauert, bis Sie Ihren Roman fertig
hatten? Für mich klingt das so unvorstellbar lange; 7 Jahre. |
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Durwen: |
Nein, ich habe ja einen "richtigen" Beruf, und der
fordert mich schon. Ich brauchte einfach Urlaub und Feiertage und schlaflose
Nächte, um es hin zu kriegen. Man muss sich zudem auch viel anlesen. Star
Trek ist ein Beispiel, denn vorher wusste ich da kaum etwas. Aber auch die
Philosophen des Mittelalters kannte ich kaum usw. Und vor allem geht es mir
ja um Verbindungen: etwa auch mit Evolution, Kosmologie oder Atomphysik. |
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DSi: |
Gab es
auch Phasen, in denen Sie am liebsten alles hingeschmissen hätten und sich
gesagt haben: wozu? |
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Durwen: |
Mehr als einmal, ganz bestimmt! Aber am Anfang war es ja noch
gar nicht als Buch geplant. Mehr "Notizen" für mich selbst. Als es
dann Gestalt annahm, ergab sich das Problem, ein Netz aus all den Gedanken
und Verbindungen zu machen. Denn es geht um Verbindungen, um Spiegelungen, um
Grenz-Überwindung. |
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DSi: |
Einige
Roman-Passagen sind sehr autobiografisch angehaucht. Bestes Beispiel ist
Wendur, der ähnlich wie "Alberto" in Jostein Gaarder "Sofies
Welt" die zwei Mädchen durch die philosophische Welt führt, aber
eigentlich nur eine Silbenumstellung Ihres Familiennamens ist. Oder die zwei
Mädchen, die vermutlich an Ihre eigenen Töchter erinnern? |
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Durwen: |
Mit "angehaucht" bin ich sehr einverstanden.
Natürlich sind da Grundmotive, denn das sind auch Bezugspunkte nicht nur für
sich selbst, auch für andere, die Wiedererkennung brauchen. Aber es sind
wirklich nur kleine Grundmotive. Namenspiele - richtiger Spiegelungen (siehe
auch Titel) - gibt es einige und auch sehr viele Anspielungen auf
Literaturfiguren, auf Filme, auf Metaphern der Wissenschaft, wie der
Schmetterling (aus der Chaostheorie, aber auch Symbol der Wandlung),
Schrödingers Katze usw. - das alles sind spielerische Elemente, die dem einen
Leser vielleicht ein "Aha" zusätzlich bieten und die andere gar
nicht bemerken und nicht bemerken müssen. - In diesem Sinne ist eigentlich
mehr Biografisches von mir selbst darin als in Figuren und Handlung. |
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DSi: |
Wie sehen
Sie als Dekan einer Fachhochschule die mögliche Einführung eines Schulfachs
Philosophie? Ich hatte als Schüler damals die Gelegenheit, ein, zwei
Wochenstunden lockeren und angenehmen Philosophie-Unterricht zu genießen, was
sehr viel Spaß gemacht hat, weil auch die Lehrerin sich auf "gleicher
Wellenlänge" mit uns befand und wir viel über das Alltagsleben philosophiert
haben. |
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Durwen: |
Zunächst einmal muss ich sagen, dass ich mein Amt als Dekan
niedergelegt habe, weil nicht alles zu schaffen ist. Das ändert aber nichts
hinsichtlich der Beantwortung Ihrer Frage, die auch im Forum von Ureda gelegentlich von
Schüler(innen) gestellt wird oder wo Vorschläge kommen, eine reale
Philosophenschule von Ureda aufzumachen. Ich habe deswegen auch mal etwas
recherchiert und festgestellt, dass Philosophie doch inzwischen einigermaßen
verbreitet ist. Aber dennoch relativ bescheiden. In Italien soll es, wie mir
gesagt wurde, ganz normal sein, dass man 4 Jahre Philosophieunterricht hat.
Was mich freut ist, dass einige Lehrer und auch eine Ausbilderin von
Referendaren mir mitgeteilt haben, dass sie mein Buch im Unterricht
verwenden. Und Ureda, die Ergänzung im Internet zum Buch, kommt
offensichtlich gut an. |
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DSi: |
Der
Diskurs bringt die Teilnehmer auch näher aneinander. Das finde ich in der
heutigen Zeit auch ganz angenehm als Erfahrung. |
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Durwen: |
Dem kann ich nur zustimmen. Das gilt auch weltweit.
Globalisierung kann nicht Gleichmacherei sein - auch wenn Bush das so sieht
-, sondern muss Diskurs sein mit dem Willen andere zu verstehen. Und auch von
denen was anzunehmen, nicht als der Stärkere zu diktieren und auch nicht
faule Kompromisse zu finden, sondern Konsens, Übereinstimmung, gleiche
Grundwerte - eben doch etwas Fantasy-Welt alla Star Trek: Gute Fantasien
brauchen wir! |
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DSi: |
Worin
sehen Sie die großen Probleme unserer Gegenwart bzw. Zukunft? Sie geben ja
"Im Spiegel der Möglichkeiten" der Gentechnik und den
Weiterentwicklungen des Internets eine wichtige Bedeutung. Ich denke auch,
dass die Globalisierung - wenn sie denn wirklich eine wäre, die nicht nur
eine Einbahnstraße ist - dass sie auch die Welt von morgen prägen wird. |
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Durwen: |
Wir stehen zweifellos in einer "Wendezeit", in der
sich die Lebensbedingungen und die "Sicht der Welt" wieder einmal
radikal ändern. Solche gab es z.B., als man vom mythischen Denken zum
rationalen Denken kam (mit Beginn der abendländischen Philosophie bei den
alten Griechen) oder beim Übergang vom Glauben zur neuen Rationalität
("Kopernikanische Wende" vom Mittelalter zur Neuzeit). Jedes Mal
musste man ganz neue Probleme mit neuem Denken angehen. Heute ist das sehr
verschärft durch unsere Technik, die ungeheure Wirkung hat, deren Folgen wir
aber gar nicht in Raum und Zeit und über Wirkketten begreifen und beherrschen
können. Zumindest nicht mit alten statischem, linearem und dualistischem
Denken. Mit neuem Denken müssen wir zukunftsfähig werden - aus den alten
Wurzeln. Das ist das eigentliche Thema meines Romans, herunter gebrochen auf
die Individuen der Mädchen. |
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DSi: |
Was
wünschen Sie der Menschheit? |
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Durwen: |
Vernunft, Fantasie und Toleranz. |
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DSi: |
Nach all
dem strebt doch ein Großteil der Menschheit. |
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Durwen: |
Also den Eindruck habe ich nicht: Wohl eher nach Essen,
Trinken, Sex, Unterhaltung - alles Dinge, gegen die nichts einzuwenden ist,
aber alleine nicht reichen können. Erst recht nicht, wenn es ganz egoistisch
passiert und konsumgesteuert. |
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DSi: |
Gut, dann
korrigiere ich mich. Sie streben oberflächlich danach - so vermittelt es uns
das Fernsehen, die Werbung: Sei kreativ etc. |
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Durwen: |
Der Kunde soll doch nicht wirklich kreativ sein! Er soll ein
Produkt kaufen, mit dem ein Image von Fun, geil, in usw. vermittelt wir. |
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DSi: |
Haben Sie
die Angst, dass wir uns in eine Ansammlung von isolierten Individuen
entwickeln, alles einzelne Produkte, die begutachtet und bewertet werden, um
schließlich gekauft zu werden? Oder weggeworfen? |
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Durwen: |
Mit dem Begriff "Individuum" verbinde ich etwas sehr
Positives, nämlich Originalität, Charakter usw. (mal wieder zu Star Trek:
wird dort auch sehr positiv gesehen, einschließlich der individuellen
Schwächen). Der Trend der Zeit aber ist es gerade, das nicht zu fördern. Dann
bleiben wirklich austauschbare "Punkte", wie sie sagen. Die aber
sind bestimmt nicht in der Lage, die aktuellen und die künftigen Probleme zu
lösen. |
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DSi: |
War das
tolle Cover und Layout Ihre Idee? |
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Durwen: |
Ich hatte meine Vorstellungen und habe mitgewirkt. Doch den
Layoutern Burmiller & Finken gebührt die wesentliche Ehre. |
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DSi: |
Nennen
Sie bitte drei Gründe, warum unsere Besucher Ihr Buch lesen sollten. |
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Durwen: |
1. These, 2. Antithese, 3. Synthese. |
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Spiegel der Möglichkeiten".
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