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Magie, Philosophie und Wissenschaft
Philosophie ist bekanntlich die Liebe zur Weisheit oder einfacher gesagt,
der Drang, die Dinge zu ergründen. Wendur erklärt ihren Kern
den Mädchen Im
Spiegel der Möglichkeiten einfach mit staunen, suchen, fragen und
Antworten finden.
Magie, Mystik, Religion, Philosophie und Wissenschaft setzen sich fragend
und antwortend mit "dem Universum und dem ganzen Rest" auseinander.
Sie konkurrieren gewissermaßen miteinander. Je nach Zeitgeist
herrscht eine dieser, sagen wir einmal: "Disziplinen" vor,
verbünden sich vielleicht zwei oder werden wie zwischen Großmächten
die Territorien abgesteckt. Alte Magie und Mystik wurde etwa von der
rationalen Philosophie der Griechen in die Schranken verwiesen, die
zum Fundament einer neuen christlichen Religion beitrug, die sie dann
beherrschte, was wieder der Magie auftrieb gab, bis beide dem Zeitalter
der Wissenschaft unterlagen, das aber wieder eine neue Philosophie brauchte
und manchmal auch wieder magisch und mystisch wirkt (und ist?).
Das Wort Magie ist seit dem 17. Jahrhundert nahezu ausschließlich
zu diskriminierenden Zwecken verwendet worden, um Un-Wissenschaftliche,
das Un-Philosophische zu brandmarken. Für die Wegbereiter dieses
neuen Denkens aber war Magie aber noch nicht von Wissenschaft getrennt.
Für Newton war es noch selbstverständlich, sich nicht nur
mit Religion, auch mit Mystik und Magie zu beschäftigen. Rückblickend
wird das als menschliche Schwäche eines großen Geistes dargestellt,
der halt "privat" noch etwas abergläubisch war. Tatsächlich
aber war es die Weltoffenheit jener Erneuerungszeit, in der Magie, die
Auseinandersetzung mit den in der Natur verborgenen Kräften war,
die halt noch nicht in mathematische Formeln gekerkert waren.
Magie ist nicht Zauberei, auch wenn uns der Circus dies mit Taschenspielertricks
vorgaukelt. Die alte Magie war Umgang mit Mysterien und somit "Geheimkunst",
nicht Zauberkunst. Bleibt es nicht, um "simple" Beispiele
zu nennen, ein Mysterium, dass sich zwei Gase, wir nennen Sie Sauerstoff
und Wasserstoff, zu etwas völlig andersartigem verbinden, nämlich
dem Wasser (das zudem noch fest werden kann). Ist es nicht ein "Wunder",
dass wir mit einem zweiten Auge nicht doppelt so gut sehen, vielmehr
den Raum gewinnen? Augen, mit denen wir hier auf dem Bildschirm, der
wie ein magischer Spiegel ist, der Raum und Zeit überwindet, die
Gedanken eines fremden Menschen in uns aufnehmen? Bleiben nicht, um
weit weniger "simple" Beispiele zu nennen, es im Kern immer
ein Mysterium, wie die Materie das Leben und den Geist hervorbrachte?
Ich reiße im Im
Spiegel der Möglichkeiten die modernen wissenschaftlichen Erklärungen
für derartige "Phänomene" (oder sagen wir ruhig:
Wunder) an, gebe Philosophische Begründungen, schließe religiöse
nicht aus, die "magischen" aber zumindest in der Romanhandlung
bewusst ein: Wissenschaft ohne Magie im positiven Sinne, zu der auch
die Verzauberung des Geheimnisses gehört, ist nur Maschinistentum.
Es geht nicht um Unnatürliches und Übernatürliches, wohl
aber darum, sich im Sinne der alten "Kraftlehre" (denn was
ist eigentlich die Magie anderes?), bewusst zu bleiben, das es derer
mehr gibt als die Formel "Kraft = Masse * Beschleunigung"
suggeriert.
"Wer sie nicht kennte
die Elemente,
Ihre Kraft
und Eigenschaft,
Wäre kein Meister"
(Goethe, Faust I)
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