Im Spiegel der Möglichkeiten tritt einer auf, der als "Großer Magier" bezeichnet wird:

Albertus Magnus: Er, der einzige Philosoph, der je den Beinahmen "der Große" erhielt, war dies in den Augen des Volkes, das ihn geradezu zur Sagengestalt machte. Denn der gewöhnliche Mensch des Mittelalters besaß kein Wissen und verstand nichts von Wissenschaft. Ein Mann wie Albertus, der mit Thomas von Aquin die geistige und kulturelle Umwälzung in Europa vorbereitete, weil er die zuvor vergessene, verdrängte, verbotene griechische Wissenschaft vor allem des Aristoteles "einschmuggelte" (wie es in meinem Roman beschrieben wird), der ein gewaltiges wissenschaftliches Werk verfasste, experimentierte (ein Sakrileg zu jener Zeit), Alchimist war und Astrologe, konnte nur Zauberer sein. - Zum Glück war er auch Prior seines Dominikaner-Ordens, Bischof von Regensburg, hoch geachteter Lehrer, Gründer der ersten deutschen Universität zu Köln und geschätzter politischer Vermittler: Sonst wäre er sicherlich als Hexenmeister verfolgt worden.

Zu Albertus, zu Thomas und Friedrich dem II., der das politische Umfeld für diese sich anbahnende Zeitenwende bot, gibt es hier im Spiegel-ABC ausführliche Texte. Der Magier aber sei noch beschworen:

Männer wie Albert überwanden durch mit Glauben gepaarter Vernunft die Furcht vor den schwarzen Künsten. Sie wollten die Natur ergründen, wohl gar nutzbar machen, statt in ihr, wie durchaus im damaligen christlichen Glauben verbreitet, teuflisches Wirken verborgen zu sehen. In seinem Werk über die Mineralien (1518) schreibt er ausführlich über verborgene Kräfte der Minerale und belegt mit eigenen Erfahrungen, dass die Edelsteine wunderwirkende Eigenschaften besitzen. Ähnliches schreibt er auch von Pflanzen. Selbstverständlich geht er davon aus, dass die Sterne Dinge und Menschen beeinflussen. Nicht nur direkt in den Gestirnen, auch indirekt in den von den Sternen geprägten Linien der Hand könne man die Schriftzüge des Schicksals lesen. Es sind, so meinte der große Philosoph, von den Planeten geformte Physiognomien.

Sagen rankten sich später um die Gestalt des Albertus Magnus. Etwa die, dass er beim Besuch des Grafen Wilhelm II. von Holland in Köln mitten im Winter einen Tisch im Klostergarten decken ließ und sich der Garten mit duftenden Blumen füllte und Vögel umherflogen. Nüchterne Menschen mögen an einen damals kam bekannten Wintergarten denken, andere werden die Magie vorziehen. Auch wurde berichtet, er habe einen Automaten in Gestalt eines Menschen, einen Androiden gebaut: Ist Albert etwa der wirkliche Erbauer von Data?: Das würde der Konstellation in meinem Spiegel der Möglichkeiten eine überraschende Erklärung geben und endgültig klären, wer der unbekannte Drahtzieher und wirklich größte der Magier ist.