Das Ding an sich – Eine unerhörte Begebenheit aus dem Leben Immanuel Kants.
von Klaas Huizing


Broschiert - Btb Bei Goldmann
Erscheinungsdatum: 2000
ISBN: 344272595X
Preis: 9,00 €



Geistreich, unterhaltsam, informativ, skurril und mit viel Augenzwinkern ist dieser literarische Volltreffer von Klaas Huizing. Nicht zuletzt durch die Beziehung der drei so unterschiedlichen Personen Kant, Hamann und Lampe. Sie erzeugen die Resonanz zwischen Rationalität der Aufklärung (Kant), den mit der Scherbe verbundenen Emotionen (Hamann) und der praktische oder auch unpraktischen Situationsbewältigung (Lampe; eine Figur, die mich mehrfach an Schwejk erinnerte).

Um was geht es?: Johann Georg Hamann, ein Freund des Immanuel Kant, kommt durch merkwürdige Umstände in den Besitz einer rätselhaften Tonscherbe: Angeblich ein Stück des Siegels, mit dem der aus dem Paradies vertriebene Adam einen Pakt mit dem Teufel schloss. Die Scherbe bringt Hamann reichlich Unglück, Versuche der Zerstörung scheitern.

Kant, der natürlich nicht an diesen Unsinn glaubt, schickt seinen treuen und begriffsstutzigen (oder besonders cleveren?) Diener Lampe auf Reisen zu berühmten Forschern jener Zeit, die helfen sollen, das Ding zu untersuchen bzw. zu vernichten. Die Reisen des Dieners (Kant verließ Königsberg ja nie und ist nur Empfänger der Berichte) führen Lampe zum theologus electricus Prokop Divisch nach Mähren, den Miterfinder des Blitzableiters, zu Louis Papin nach Würzburg, der den Schnellkochtopf seines Großvaters weiterentwickelt, zu Tiberio Cavallo nach Italien, den Erfinder der Eismaschine und zusammen mit Hamann zum berühmten Magnetiseur Mesmer.

Alles in der Sache ohne Erfolg. In der Geschichte, der Charakterisierung von Zeit und Personen und in philosophischen Anspielungen ist es aber wesentlicher Teil des Buches. Schließlich rücken Kant, Hamann und Lampe der Scherbe mit den Klängen einer Glasharmonika zu Leibe – mit ungeahnten Folgen.

Ach ja, womit beginnt das Buch? Mit dem überraschenden Fund, dass Kant diesen Scherben, das „Ding an sich“ mit ins Grab nahm. – Warum?: Darüber darf und soll man nachdenken.

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