Ein Mann namens Sokrates
von Gerald Messadie


Gebundene Ausgabe - Langen/Müller
Erscheinungsdatum: 2001
ISBN: 3784428258





Das Buch verlockte mich, weil ich von Messadie schon zwei sehr lesenswerte Bücher kannte: ("Ein Mensch namens Jesus" ) und ("Ein Mann namens Saulus" ). Beide sind gut geschrieben und recherchiert. Sie werfen jeweils ein ganz neues und nicht eben kirchengemäßes Licht auf diese historischen Persönlichkeiten.
 
Ähnliches erwartetet ich in Bezug auf Sokrates, sein Leben, seine Philosophie. Doch der große Philosoph spielt beinahe nur eine Nebenrolle in einem Roman, der wohl erst ein antiker Krimi werden sollte (mit Xantippe, der Frau des Sokrates, als "Spürnase"), dann ein Sittengemälde der Zeit, was noch recht gut gelungen ist, letztlich ein historischer Roman, der viel zu komplex und verwirrend daher kommt.
 
Von der Philosophie des Sokrates erfährt man weniger als von seiner Knabenliebe und einigen sexuellen Abenteuern. Die Figur treibt eher farblos durchs Geschehen und wenn nicht immer wieder betont würde, dass er der große Philosoph der Stadt ist und der weiseste Mann Griechenlands, so würde man es weder bemerken noch glauben.
 
Schade, dass ein so großer Autor wie Messadie auf seine alten Tage noch ein so schwaches Buch abliefert.

Das Buch hat einen Epilog, in dem u.a. Platon und Diogenes über Sokrates diskutieren, sowie ein Nachwort, in dem der Autor seine Motivation für das Buch schildert und einige Einordnungen gibt. Beides ist inhaltlich positiv, zugleich m.E. aber Ausdruck dafür, dass Messadie selbst nicht zufrieden mit diesem Werk ist und es nachzubessern versuchte.

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