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GESETZMÄßIGKEIT  
unterstellt die moderne Naturwissenschaft im Makrokosmos ganz absolut – außer für den Menschen, der sich sein eigenes Gesetz geben kann. Dabei kann es, trotz oder wegen der Logik (dazu eine sehr umfangreiche und sehr gute Linksammlung unter Link ), mitunter zu zweifelhaften Folgen kommen, wie in dieser Geschichte:

»Wer tötet, der soll die gleiche Strafe erleiden!«, war Gesetzt eines Landes. Und da es in dem Land einen Mörder gab, musste es auch einen Henker geben.
Durch den Vollzug der Strafe aber machte sich der Henker schuldig und war nach dem Gesetz hinzurichten. Ebenso erging es demjenigen, der den Scharfrichter des Mörders gerichtet hatte, und so fort, bis nur noch ein Bürger im Staat übrig war: der, welcher am Vorletzten das Gesetz erfüllt hatte. Da er, wie alle, die in dem Land gelebt hatten, ein gesetzestreuer Mensch war, bereitet er sich selbst den Galgen, um seine Schuld zu sühnen.
Doch während er die Schlinge knüpfte, überkam ihn der Gedanke, dass er sich ja durch seine Selbstrichtung erneut schuldig mache: Durch den Vollzug der gerechten Strafe verstieß er wieder gegen das Gesetz. Er war also, ob lebend oder tot, mit ungesühnter Schuld beladen. – Da wünschte er, nicht er sei der letzte Bürger im Staat, nicht er müsse am Gesetz zweifeln.

In dieser Geschichte geht es nur scheinbar um Logik oder einen logischen Widerspruch, also ein Paradoxon. Und es geht schon gar nicht um Naturgesetze, über die es Im Spiegel der Möglichkeiten einmal heißt, sie wären Produkte menschlicher Faulheit: Statt sich mit der Differenziertheit und Einmaligkeit, mit einzelnen Entwicklungen und Unschärfen der Realität auseinander zu setzen, erledigt man Erkenntnis durch Reduktion, Idealisierung und Verallgemeinerung. Damit wird die Welt scheinbar klar, einfach und vorhersagbar. Hoffen wir, dass diese Naturgesetze trotzdem besser sind als diejenigen jenes Landes, von dem ich erzählte, wobei ich mich auf juristische Definitionen der Gesetzmäßigkeit nicht einlassen will, denn dann müsste es ja nicht nur um den Wortteil Gesetz, sondern auch um die Mäßigkeit gehen.

Ich denke mehr an die natürliche Gesetzmäßigkeit, dabei wiederum nicht an das, was die »Naturgesetz Partei« (Link ) missverstanden hat, sondern das, was wir alle ständig missverstehen: Auch Naturgesetze sind Menschengesetze, (mathematische) Beschreibungen, um Ordnung in die Welt zu bekommen. Bestätigt sich wieder und wieder, dass aus gleicher Ausgangssituation das gleiche Systemverhalten folgt, und ist die Wahrscheinlichkeit dafür empirisch so hoch, dass man den Zufall genannten Rest vernachlässigen kann, dann ist von Kausalität im modernen Sinn als Determinismus, zuverlässiger Berechenbarkeit, Gesetzmäßigkeit zu sprechen. Diese Gesetze sind so zuverlässig wie die der Gums, von denen ich unter diesem Stichwort und in den Abenteuern erzähle. Zuverlässigkeit lieben wir, die wie wir aus einem zufälligen Ungleichgewicht entstanden ist, sehr und übersehen dabei gern, dass solches Systemverhalten nicht nur nie zu etwas Neuem führt, sondern auch recht selten ist. Das Chaotische, Zufällige, ja Freie (das wir nur uns Menschen zubilligen, und auch das immer weniger) ist aber viel verbreiteter, ja ich sage sogar natürlicher, denn das Spiel des Werdens ist dasjenige von Notwendigkeit und Zufall.

Die nötigen Links kann ich Ihnen hier ausnahmsweise nicht angeben, denn zufälligerweise verhielten sie sich alle nach dem Gesetz von Murphy, sodass nur ein Hinweis auf dieses verbleibt: (Link ).

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