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HAWKING, Stephen W.  
ist wohl der populärste Physiker der Gegenwart, wird in den Medien sogar als Popstar bezeichnet Link . Das liegt wohl weniger daran, dass er sicherlich geniale Fähigkeiten besitzt. Vielmehr verfolgt er einen Traum (den er auch Einstein unterstellt und schon der Laplace\'sche Dämon kannte), mit dem sich viele Menschen identifizieren: Er will die »Weltformel«, die Große Vereinheitlichte Theorie (siehe dort) finden (vgl. Link ). Und der Verwirklichungsdrang gibt ihm so unvorstellbar viel Kraft, dass er geradezu als medizinisches Wunder gilt, im Grunde als eine Art Cyborg (siehe dort) lebt:

Genau das aber nährt den Mythos, das letzte Geheimnis könne durch menschliche Willenskraft im Verbund mit Technikeinsatz gelöst werden. Abgesehen davon, dass eine Welt ohne Geheimnisse nicht besonders spannend wäre, gibt es allerdings ein grundsätzliches Problem der Logik, das der Systemtheorie und der Erkenntnis in Bezug auf die ersehnte Entschlüsselung: Prinzipiell kann kein System bzw. denkendes und erkennendes Ding vollständig wahre Aussagen über sich selbst machen.

Das ist das ganz alte Problem des »Kreter-Paradoxons« (der Kreter, der über die Kreter sagt, dass sie immer lügen: nur auf einer Metaebene, also durch einen »Nichtkreter« lösbar), die logische Konsequenz des Gödel-Theorems, des Halte-Problems bei Turing-Maschinen (oder Computern) und der Erkenntnis, dass kein Teil eine vollständige Aussage über das Ganze (hier also der Mensch als Teil der Natur über diese) machen kann, sowie auch noch dessen, dass Erkenntnis nur in einem Spiegelprozess (und damit einem immer in Teilen unbekannten Gegenüber) zu erlangen ist, wie es im Spiegel der Möglichkeiten sehr viel einfacher als hier in dieser Kompression und romanhaft behandelt wird. Oder hat Platon doch Recht, der behauptete, wir gehören gar nicht zur Natur, hätten dank der Vernunft Anteil am außernatürlich »Wahren«, wüssten im Grunde schon alles und müssten uns nur daran erinnern? – Zumindest dieses Geheimnis, das sich durch die Abenteuer zieht, wird Hawkings lösen können. Zur Lösung seines großen physikalischen Rätsels wünsche ich ihm nur das Beste und hoffe, dass seine persönliche Geschichte der Zeit noch nicht zu kurz ist.

Wer sich über Hawking informieren will, kann vielleicht bei der nach ihm benannten Schule in Neckargemünd Link beginnen oder – da wir schon bei guten Schulinfos sind – das Referat von Nicolas Maas unter Link lesen. Sehr ausführlich ist die informative Darstellung von Burghard Güther Link und gut lesbar »Das Universum des Stephen W. Hawking« von Tobias Weihofen Link . Leider gilt das – rein optisch – nicht für den Überblick zu Person, Werk und die Links in Dunkelrot auf Schwarz Link . Sehr informativ im Kontext einer insgesamt gut gemachten Page um Astrophysik und Kosmologie Link sind die Darstellungen von Werner Kasper. Nicht zuletzt gibt es ein Hawking-Forum unter Link und seine eigene Homepage Link , auf der man über die Funktion »Glossar« mit animierten Kurzinfos ins Universum eindringen kann Link . Das ist beinahe so spannend, wie per Anhalter durch die Galaxis zu reisen oder mit Iris und Elena durch den Möglichkeitsraum, der sich Im Spiegel der Möglichkeiten auftut.


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