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HEGEL, Georg Friedrich Wilhelm  
»Langsam versteh ich diese komische Dialektik. Darum lass mich versuchsweise weiterhegeln«, heißt es in einem der vielen Gespräche Im Spiegel der Möglichkeiten, durch die Hegel schwebt wie ein inspirierender und doch kaum fassbarer Geist.

Geistreich, auch in Wortspielen, war er gewiss, nicht nur mit seiner »Phänomenologie des Geistes«. Diese verfasste er zwischen 1801 und 1806 in Jena, dem ersten Zentrum der deutschen Romantik (von der sich Hegel entfernte) und einer Hochburg der Philosophie - geprägt durch den Kant-Schüler Reinhold, Hegels Jugendfreund Schelling (aus Tübinger und - besuchsweise auch mit Hölderlin - Nürtinger Tagen), Fichte sowie Goethe, der oft im Jenaer Schloss wohnte, Schiller, Hufeland und viele andere, die sich nicht zuletzt bei Schlegel versammelten. Ihnen war die Entdeckung der Individualität und die aus ihr erwachsende schöpferische Kraft ein wesentliches Thema, aber auch die Subjektivität der Erkenntnisfähigkeit, die gerade auch Hegel über das Verhältnis von Erscheinungen in der Welt zu deren begrifflicher Fassung anging. Dies führte ihn zur Überzeugung von der Kraft des begrifflich-rationalen Denkens und zur Abkehr von der romantischen Vorstellung unmittelbaren sinnlichen Erlebens und Gefühls. In gebotener Kürze ist Letzteres das Thema unter Link .

Dennoch sieht Hegel nicht nur Grenzen dieser Erkenntnisfähigkeit, etwa, dass das Absolute nicht begriffen, sondern gefühlt werden müsse. Mit seiner Dialektik, die er in dieser »Phänomenologie« als »Bewegung des Denkens« entwirft, geht es mir auch so: Man kann sie begrifflich und logisch angehen und meint, sie so verstehen zu können; doch dann merkt man, dass sie jenseits dieser Form der Erkenntnisfähigkeit liegt und nicht begriffen, sondern gefühlt werden muss. Bei Hegel schließen sich rationale Systematik und Mystik nicht aus, sind beide in seinem Kontext schlüssig, ja notwendig: Will Hegel doch die Welt des Denkens mit der »des wirklichen Lebens« versöhnen. Diese Wirklichkeit - aber auch das Denken und Bewusstsein - sieht er dynamisch, als in Entwicklung stehend, worauf ich oft Bezug nehme und dieses Grundmodell sogar bis zum »werdenden Gott« führe: »Das Wahre ist das Ganze. Das Ganze aber ist nur das durch seine Entwicklung sich vollendende Wesen« (aus Einleitung zur »Phänomenologie«, die man u.a. beim Hegel-Institut mit vollständigem Werk, teils frei, teils als registrierter Nutzer, Link lesen bzw. herunterladen kann).

Hegels Frage nach der Wahrheit des christlichen Glaubens führte wieder einmal zu positionistischen Kämpfen, wie das paradoxerweise wohl immer ist, wenn einer über Polarisierungen hinaus will. Ähnlich war es mit seiner politischen Philosophie, die bekanntlich den jungen Marx stark beeinflusste. So streiten sich bis heute die Linkshegelianer mit den Rechtshegelianern um Hegels Bart. Der selbst würde über diesem Streit stehen, ihn aber fruchtbar nachvollziehen können, denn seine dialektische Logik (vgl. Link ) mit der Selbsterzeugung von Gegensätzen und deren Aufhebung muss als eine dritte Form der Logik neben der klassischen des Aristoteles und der transzendentalen Kants angesehen werden. Sie ist »spekulativ«, in ihr ist die Wahrheit »der Gang (also die Selbstbewegung) der Sache selbst«.

Bewegen auch Sie sich selbst, indem Sie in den Abenteuern lesen, auch wenn dort einmal von den Schülerinnen behauptet wird: »Ich hatte schon oft den Eindruck, dass du etwas zu erklären versuchst, das dir selbst nicht klar ist.« Oder klicken Sie auf die informative Seite mit einer guten Erklärung der Dialektik unter: Link . Ein wahre Fundgrube ist Kai Froebes Hegel-Werkstatt unter Link mit ausführlich kommentierter Liste zur Sekundärliteratur, umfangreicher Primärliteratur, Links und Hinweisen zu den Hegel-Vereinigungen, einem Text zu Grundkonzepten und Kernbegriffen der Hegel'schen Philosophie und Korrespondenzmöglichkeit. Dabei sollte man den Link »Sitemap« nicht übersehen!. Kai Froebes selbst empfiehlt zudem: Link -- . Dem kann man sich anschließen.

Da Hegel in Stuttgart geboren wurde, soll stellvertretend für andere Schulen, die seinen Namen tragen, das Stuttgarter Gymnasium mit seiner Hegel-Seite nicht fehlen: Link . Eine weitere mit kurzer Biografie und Links ist Link . Gern verweise ich auf eine meiner Lieblingsseiten, das unheimlich engagierte, sich ständig nach Inhalt und Aufmachung noch steigernde, in vielem meinem Buch sehr nahe und gerade auch einiges zur Dialektik und zu Hegel bietende Philosophenstübchen von Anette Schlemm Link .

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