| NIETZSCHE, Friedrich | ||
| gilt als der Prophet der Übermenschen. Er starb dennoch, und zwar am 25.8.1900 in Weimar und im Wahnsinn. Der zeigte sich aber schon sehr viel früher und schlug sich auch in seiner Philosophie nieder. Geboren wurde er noch ganz menschlich als Sohn eines Pfarrers am 15.10.1844 in Röcken bei Lützen in Sachsen. Er studierte Altphilologie und erhielt 1869 eine Professur in Basel, die er aus Krankheitsgründen nach zehn Jahren wieder aufgeben musste. 1889 erlitt er einen nervlichen Zusammenbruch und lebte danach in zunehmender geistiger Umnachtung (tabellarische Biografie unter Den entdeckten später auch die Nazis, die Extropier und die Scientologen. Und alle beriefen und berufen sich auf diesen recht guten Lyriker, besessenen Aphorismenschreiber und umstrittenen Denker. Zu Unrecht, wie etwa Felix Kellerhoff Richtig ist, dass Nietzsche den Willen (zum Begriff: Ich könnte diesen Willen zur Macht sogar positiv interpretieren, wenn ich daran denke, dass ich im Buch Im Spiegel der Möglichkeiten – nicht zuletzt unter Bezug auf Jonas – die These, Gott hat von seiner Allmacht (die zugleich Nullmacht ist, weil das Gegenüber zur Machtentfaltung fehlt) hingeschenkt, diskutieren lasse und dabei als Evolutionsantrieb unterstelle, dass zum neuerlichen Ganzwerden wieder alle Macht vereint, somit angestrebt und gewollt werden muss. Ein Geschenk als Ausdruck der Liebe muss aber verantwortet (Verantwortungsethik) und kann letztlich auch nur in Liebe vereinend zurückgegeben werden. Das aber werden die nie begreifen, die Macht wollen, um sie zu missbrauchen. Denn die verstehen den Willen einzig als Expansionskraft und machen aus jeder Idee eine Ideologie. Der Ideologe Nietzsche sortiert die Menschheit in zwei Schubladen: die Herrenmenschen und die Sklavenmenschen. Die Herrenmenschen sind die, die das Phänomen der Macht, die ja natürliche Kraft ist, erkennen, offen bejahen und entsprechend agieren. Er sieht sie – und mag es in seiner pathetischen Schwärmerei glauben – auch als moralisch hoch stehende Wesen an (»Herrenmoral«, vgl. Umfangreiche Angebote (nicht für Scientologenkurse, sondern ganz sachlich und zumeist neutral) zur Information machen im Netz: Wer sich dann satt gelesen hat und noch satt sehen will, kann eine Fotosammlung Der Übermensch, den ich bisher nicht behandelt habe, fasziniert vor allem die Extropier (diesbezüglich zu Nietzsche Im Spiegel der Möglichkeiten) und alle Technofetischisten, die – wie etwa Hans Moravec – im Menschen nur eine biologische Fehlkonstruktionen sehen. Denn Nietzsche verherrlichte nicht nur die schlimmsten Diktatoren der Geschichte (»leider« hat er Hitler, Mussolini, Stalin oder Milosevic nicht mehr erleben »dürfen«; denn er musste ihnen vorausgehen), weil der Übermensch frei ist von den Heucheleien Namens Glück, Tugend, Moral und Mitleid, nein, er forderte derartige gefühllose Wesen auch für die nächste Evolutionsstufe. – Ein Glück, dass sich die Evolution nicht nach diesem Vordenker richten wird, der von sich selbst sagte: »Ich kenne mein Los. Es wird sich einmal an meinen Namen die Erinnerung an etwas Ungeheures anknüpfen – an eine Krisis, wie es keine auf Erden gab, an die tiefste Gewissenskollision, an eine Entscheidung, heraufbeschworen gegen alles, was bis dahin geglaubt, gefordert, geheiligt worden war. Ich bin kein Mensch, ich bin Dynamit.« (nach Schoeps, »Was ist der Mensch«: |
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