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PHILOSOPHIE  
was ist das? Auf weniger als einer Seite gibt Peter Möller – einer von den Unzähligen mehr oder minder Unbekannten, die das Internet zu einem Netz menschlichen Wissens knüpfen – eine Antwort, die einfacher kaum geht, sodass ich gerne darauf verweisen will: Link und seine Kerndefinition zitiere: »Philosophie ist der Versuch des Menschen, das Rätsel seines Daseins, die ihn umgebende äußere Welt und sein eigenes Inneres mit dem Mittel des Denkens zu lösen.« Doch dann schränkt er gleich ein: »Dieser Definition werden aber vielleicht die nicht zustimmen, die keine Rätsel lösen wollen, weil sie dies für unmöglich halten, und jene, die nicht mit Denken, sondern auf anderen Wegen, zum Beispiel durch Intuition oder Meditation, die Wahrheit zu finden glauben.« – Wahre Philosophen sind eben nicht rechthaberisch, vielmehr Freunde der Weisheit.

Möller meint, und ich stimme ihm zu, dass das Bestreben der Philosophie nicht ist, nur einzelne Teile des Seins zu erklären, sondern das Sein in seiner Gänze. Dennoch gibt es Teilgebiete der Philosophie (und ich zitiere wieder):

»Die Ontologie beschäftigt sich mit der Gesamtheit des Seins, mit den grundsätzlichsten Existenz- und Entwicklungsbedingungen.
Die Metaphysik beschäftigt sich ebenfalls mit der Gesamtheit des Seins, aber besonders mit dem sinnlich nicht mehr Erfahrbaren. Es ist der Bereich der Spekulationen. (Metaphysik und Ontologie überschneiden sich, wie auch die anderen Teilgebiete.)
Die Erkenntnistheorie ist die Lehre vom Erkennen, von den Möglichkeiten, Quellen und Grenzen menschlichen Erkenntnisvermögens. (Daraus abgeleitet und zum Teil mit ihr identisch ist die Wissenschaftstheorie.)
Die Logik ist die Lehre vom richtigen Denken.
Die Ethik ist die Lehre vom richtigen Handeln.
Die Ästhetik ist die Lehre vom Schönen.
Die Dialektik wird oft als ein Teilgebiet der Philosophie betrachtet, das die Logik und die Ontologie und mitunter auch die Metaphysik umfaßt.«

Nun habe ich beinahe vollständig zitiert, und Sie brauchen diese Seite kaum mehr anzuklicken, wenn sie nicht noch weit mehr böte: Themen, Philosophen, Links, eigene Texte. Weit mehr und in unterhaltsamer Form bieten auch die philosophischen Abenteuer. Und wer gern klickt (was besser geht als Lesen und noch besser als Denken), der findet zum Glück genug im Netz: Einige Hundert Einträge spuckte mir die Suchmaschine allein zu deutschen Texten aus. (Und auch unter Filosofie – wie grauenhaft! – wurde ich mit rund zweihundert Zitaten fündig; die meisten – glücklicherweise – aus Holland, denn die schreiben halt so.) Es gibt jedoch auch den Link eines Naturheilkundlers, der nicht die neue deutsche Rechtschreibung überstrapaziert, sondern eine neue Philosophie – eben die filosofie – begründet: Filosofie, so schreibt er, »versteht sich als engagierte Philosophie. Filosofieren heißt bewusstes Denken in eine bestimmte Richtung: in Richtung auf Abschaffung von Herrschaft und Entwicklung eines neuen Begriffs von Menschenwürde und Freiheit. Und hierin unterscheidet sich Filosofie von der akademischen Philosophie unserer Kultur, die immer wieder versucht hat, allgemeingültige, totalitäre Wahrheiten als \'objektiv richtige\' anderen aufzudrücken.« Verstehen Sie das Neue? Ich nicht! Ich bin für die Vielosophie, die nicht nur in eine Richtung denkt und nicht pauschal alle alten Denker zu totalitären Akademikern macht.

Als Vielosoph verweise ich noch gern in Ergänzung zum Spiegel der Möglichkeiten auf eine schöne Einführung Link und eine meiner Lieblingsseiten: Anette Schlemms Philosophenstübchen – hier speziell auf deren Ausführung zur Frage, was Philosophie ist – Link , die Mauthner-Gesellschaft: Link und auch auf Wolfgang Sieberts etwas Kant-lastige Seite incl. Philosophie-Suchmaschine: Link . Es gibt dort auch den »Club der Philosophen«, der mir allerdings mangels Aktion wie der der toten Philosophen vorkommt (beleben Sie ihn!). – Wenn wir schon durch Siebert bei dem Königsberger sind, dann soll auch das Kant-Gymnasium (in Weil am Rhein!) nicht fehlen: Link . Kaum vorbei kommt man an den umfassenden Philosophie-Seiten mit internationaler Ausrichtung von Dieter Köhler: Link . Immer nützlich sind zwei Lexika: Das der Philosophie unter Link und das Philosophenlexikon Link . Empfehlenswert auch die schlicht, aber ansprechend gestalteten Seiten von Christina Eberle unter Link , die neben dem Schwerpunkt Linguistik auch übersichtlich die wichtigsten Epochen und ihre Philosophen präsentiert. Wer mehr lesen will, kann zum Buch greifen, die digitale Zeitschrift philosophia naturalis aufrufen Link oder das österreichische Philosophiemagazin unter Link aufrufen. Für Unersättliche bietet der Web-Ring Philosophie viele Links: Link und zu den besten Empfehlungen gehört zweifellos der Branchenführer philosophers today Link . Doch sei ergänzend zu den überwiegend professionellen Angeboten auch Link stellvertretend für inzwischen mehrere Bürgervereinigungen zur Philosophie genannt.

Was wissen wir nun?: Philosophie ist sehr, sehr Vieles, doch eigentlich keine Wissenschaft. Sie sollte weder Magd noch Herrin sein, doch immer Reflexion, immer Spiegel der Welt und ihrer Möglichkeiten.


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