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REICH-RANICKI, Marcel  
tritt Im Spiegel der Möglichkeiten als Träger einer Fußnote auf und in der Rolle, die er nun mal mit seinem kritischen Geist zu verkörpern hat: als Literaturpapst.

Es heißt dort: »Besagter Herr ist, wie inzwischen auch denen verraten wurde, die es tatsächlich nicht wussten, einer derjenigen, die darüber entscheiden, ob ein Buch gut oder schlecht ist, also den literarischen Möglichkeitsraum kontrollieren. Sie können das, weil es ihnen selbst nie gelungen ist, einen erfolgreichen Roman zu verfassen.x) Sie wissen also bestens, wie man es nicht machen darf (Realität) und wie es sein müsste (Möglichkeit). Kritiker beschränken den literarischen Zufall durch formale Notwendigkeit. – Siri, die dem Zufall nicht ausgeliefert sein will und am Wissen und der Gewissheit zweifelt, doch nicht verzweifeln will, braucht eine solch äußere und kontrollierende Instanz. Sie glaubt daran.

x) Subfußnote: Der medienwirksame Guru hat zwei Jahre nach Niederschrift dieser Fußnote erfolgreich ein Buch veröffentlicht. Schlauerweise seine Biografie, denn im eigenen Dasein ist jeder die unanfechtbare Autorität und läuft nicht Gefahr, dass ein anderer es besser weiß.«

Der viel versprechende Link mag etwas bieten, wenn Sie diesen Hinweis lesen. Derzeit sieht man nur seinen stechenden Blick über den zusammengekniffenen Lippen. Und zwar gleich viermal, sozusagen im Quartett. Eine Kurzbiografie bietet beispielsweise Link . Zudem gibt es viele Hinweise auf sein Leben (der Buchtitel heißt natürlich »Mein Leben«, meint aber sich, nicht mich; wer dazu mehr wissen will, vergnüge sich etwa unter Link oder genehmige sich eine lesenswerte Kritik dazu unter Link ). Zum 80. Geburtstag gab's eine Hommage unter Link mit Videos, auf denen z.B. Harald Schmidt aus Nürtingen (Lokalwerbung muss sein, wenn ich in dieser Stadt schon als Rheinländer toleriert werde) gratuliert oder man sich immer und immer wieder »unvergessene« Diskussionen aus dem Literarischen Quartett ansehen darf. Einen interessanten Link gibt es auch unter Link , und zwar weniger wegen des kurzen Interviews, das er dort zu Goethe gibt, als vielmehr, weil man sich zur Hauptseite klicken kann. Die ist wirklich gut: zu und wegen Goethe, wohlgemerkt.

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