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RODDENBERRY, Gene  
ist ein Gott, denn er schuf ein ganzes Universum, eines, das besser ist als dasjenige, in dem wir leben – sowohl hinsichtlich der physischen Lebensumstände als auch der Ethik. Im Grunde hat es nur einen Fehler: Es ist Fantasie. Nicht, dass Fantasie ein Fehler wäre – im Gegenteil. Doch das Fantastische ist nun mal nicht real, vielmehr virtuell. Virtuell aber heißt »der Möglichkeit nach«, und darum kann ein Schöpfer von Gedanken Welten schaffen, die real werden können. Ja, er schafft erst die Voraussetzung, eben die Möglichkeit.

Das Realwerden wäre in diesem Fall nicht zu bedauern. Da Roddenberry nicht seiner Fantasiewelt, sondern der unseren angehört, wäre diese Veränderung somit unsere neue Realität. Gott Roddenberry ist somit kein absoluter Gott, denn ein solcher ist nach Aristoteles das »sich selbst denkende Denken«, also etwas, das nicht einer Welt angehört und eine andere denkt, sondern sich selbst in sich selbst. Kompliziert? – Dann vergessen wir es oder verwerfen es als »verschraubte Hirnakrobatik«, wie Siri aus dem Spiegel der Möglichkeiten sagen würde.

In diesem Spiegel kommt Roddenberry aber gar nicht vor, nur sein Produkt, das Star Trek-Universum. Aus diesem wiederum vornehmlich der Androide Data, der wie kaum eine andere Figur der Sciencefiction das Spannungsverhältnis von perfektionierter Technik und Menschsein zum Ausdruck bringt. Auch Captain Picard, die Verkörperung der platonischen Idee vom Philosophen als gesellschaftlichem Führer, gehört zu den reifsten Charakteren anspruchsvoller Fiktion. Und dem perfekten Roboter, der fühlen und Mensch sein will, und dem beinahe perfekten Menschen, der von Vernunft, ethischen Werten und Verantwortungsbewusstsein geprägt ist, steht die Spezies der Borg gegenüber. Diese sind Mischwesen aus Menschen ohne Individualität und Technik. Diese unheilvolle Synthese aber ist die einzige wirkliche Bedrohung der Föderation, deren Wertsystem auf Individualität, Achtung aller Lebens- und Gesellschaftsformen und strikter Unterordnung der Technik beruht.

Technik wird im Star Trek-Universum ganz selbstverständlich genutzt, doch nicht verherrlicht. Ja gerade in besonders kritischen Situation kommt es vor, dass man nicht den Supercomputern mit ihren exakten Analysen und Steuerungen das Schiff überlässt, vielmehr die Besatzung das Ruder selbst in die Hand nimmt: Der Mensch ordnet sich nicht blind der Technik unter, der Fantasie und Spontaneität fehlt, verlässt sich im Zweifelsfall lieber auf Intuition als auf Algorithmen, was nichts mit Technikfeindlichkeit und falscher Romantik zu tun hat. In diesem Sinn ist mir die Gen(e)-Technologie des Schöpfers Roddenberry sehr sympathisch.

Wer Roddenberry sympathisch findet (oder auch nicht) und mehr über ihn wissen will, kann was von ihm selbst lesen (Link ), bei Mathias und Peter unter Link anfangen oder bei Saman Al-Chakmakchi (Link ). Inhaltlich sehr ergiebig, optisch aber mäßig und mit schlechter Navigation ist die Seite Link , auf der man dann "In Memory of..." klicken muss. Ergänzen kann man noch Verena & Martin unter Link . Aber natürlich kann man auch auf nahezu allen Seiten zu Star Trek mehr oder minder den gleichen Kurzbiografie-Text finden, denn abgekupfert wird dort gnadenlos. Schöpfergott Roddenberry hatte das nicht nötig.

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