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SOFIES WELT  
durchdringt die Welt meiner philosophischen Abenteuer. Das muss so sein, weil sie mich erst erschütterte, dann faszinierte. Sie erschütterte mich, weil ich mit meinem Buch (damals hieß es noch »Reise durch den Möglichkeitsraum«) schon begonnen hatte, dann Gaarder las und zu (alb-) träumen meinte, dass da jemand einen so ähnlichen Plot und oft geradezu meine Gedanken schon zu Buche gebracht hatte. Dann faszinierte es mich und auch sein Erfolg: War die Zeit doch wohl reif für ein derartiges Wagnis.

Jahre vergingen, in denen ich nur wenig schreiben konnte, zumal es nun oft sinnlos schien. Dann beschloss ich, Sofies Welt Link auch zu meiner zu machen. Gewiss nicht als Plagiat, wohl aber als Spannungselement, teilweise als Vorspiel und auch Hommage. Zudem als Messlatte, die ich in Anspruch und Form mit meinem Philosophieroman übertreffen wollte. Der Rohling wuchs und ging auf Wanderschaft. Die Antworten der Verlage waren dankend ablehnende Standardbriefe, und oft hieß es: Kein Bezug auf »Sofies Welt« oder überhaupt auf ein anderes Buch, sowas ist unverkäuflich. Nur ein kleiner Verlag orientierte sich nicht am vorprogrammierten Absatz, wagte die Reise durch den Möglichkeitsraum und verlor sich leider letztlich darin.

Zu Weihnachten 2000 überraschte mich Gaarder erneut, nicht persönlich, vielmehr als Geschenk meiner Tochter und zuerst – wie vor vielen Jahren – mit einem kleinen Schock: Halte ich doch das recht schwache Buch »Maya« Link in Händen und lese zuerst auf der Rückseite des Buches, dass sich der Norweger nunmehr mit dem romanhaft auseinander setzt, was in dem meinen fernab von Sofie eine ganz wesentliche Rolle spielt: »Ein Roman über die Evolution, über die Grenzen der Wissenschaft und über die Kraft der Fantasie. ... Denn die Welt wie ein Naturwissenschaftler zu erklären, das ist nur ein Weg, sie zu verstehen, sie wie ein Philosoph zu interpretieren, ist ein anderer. ... Garder lässt diese Sichtweisen miteinander in Wettstreit treten, und am Ende siegt die Fantasie – und die Liebe.«

Doch das ist noch nicht alles, denn unbewusst scheine ich auch noch den Namen einer Hauptfigur meines philosophischen Romans bei Gaarder entlehnt zu haben: Heißt es doch bei ihm in der Widmung »Für Siri«. – Nein, nein, es ist nicht so! Wenn schon, dann hat Gaarder meine Gedanken geklaut, was durchaus möglich ist in einer Welt, die immer ein paar Dimensionen zu viel hat, nie ganz erklärbar und vernetzt ist, das Spiel von Zufall und Notwendigkeit spielt. Oder (um eine weitere Werbeanspielung auf mein Werk zu machen) sind wir in der gleichen Seelenkette? – Egal, die Antwort ist bestimmt irgendwo in Ureda vergraben ...

Bleiben wir noch bei Überraschungen, Sofies Welt und liebevoll gemeinter Rivalität: Fand ich bei meinen Netzrecherchen doch nicht nur neue Gespräche mit Sofie zu vielen naturwissenschaftlichen und philosophischen Themen, die Ingo Tessmann verfasste Link , sondern auch unter Link den Ausschnitt aus einem Brief an Sofie (oh nein!, sowas kommt doch auch in meinem Buch vor!) auf der Page von Coroner, wo man dankenswerterweise mein dort logischerweise noch unbekanntes Buch (es sei denn, wieder überwandt die Fantasie Raum und Zeit und Kausalität) über dasjenige Gaarders setzt. Denn auf die nachfolgend zitierte Frage ist bereits der Spiegel der Möglichkeiten die in Ureda gefundene Antwort.

Zitat aus Coroners Brief: »... So fragte ich mich oft: Wie nur in aller Welt gelang es Jostein Gaarder mit seinem ziemlich biederen Briefroman 'Sofies Welt' jahrelang Begeisterung in einem breiten Leserpublikum zu wecken? Weshalb wohl konnte er sich in den Bestsellerlisten über so unbegreiflich lange Zeit in den Spitzenpositionen halten? Kommt es nur durch die schlichte, unterhaltsame Belehrung in seinem Buch? Wenn ja, dann sollte es doch leicht möglich sein, mit jedem ähnlichen Roman gleichen Erfolg in der BRD zu erzielen wie der Norweger. Und zweifellos müßte dies um so mehr der Fall sein, wenn man statt, wie Gaarder häufig den langatmigen Briefwechsel zu wählen, noch mehr lebendige Wechselgespräche einführen würde, überhaupt dem ganzen mehr Charme, geistvollen Witz, Schwung und Pikanterie verliehe, die Thematik noch zeitbezogener, gemütsbewegender und in der Ausdrucksweise weniger kindgemäß wählte.
Schon vernehme ich Ihren Einwand, verehrter Herr Verleger: Man könne doch wohl einer infantilen Gesellschaft, die Schülerromane wie 'Sofies Welt' mit ähnlichem Interesse verschlingt wie die vorhergehenden Generationen Thomas Manns 'Zauberberg', keine Romane für Erwachsene mehr vorlegen, falls man sich finanziell nicht total ruinieren wolle! Da haben Sie wahrscheinlich recht. Doch kann zugleich nicht verborgen bleiben, daß im deutschen Publikum ganz offensichtlich ein gewisser Informationsheißhunger Platz greift, den die derzeit angebotene Gegenwartsliteratur noch weniger hinreichend zu befriedigen scheint als ein ganz allgemein nicht eben bildungsfreundliches Klima einer weitgehend kommerzialisierten Gesellschaft. Ich spreche – wie Sie wissen – allerdings weder von Sachbüchern noch von Trivialliteratur. Um einem derartigen Bildungsnotstand abzuhelfen, sollte die Form eines Romans, also seine künstlerische Sprachgestalt, entgegen aller heutigen Gepflogenheit allerdings gleichfalls bemüht sein und nicht – wie bei Gaarder – ausschließlich der Inhalt. Mag sein, daß, wenn wie in der BRD die hochsprachliche Basis bröckelt, es zunehmend schwieriger wird, im breiten Publikum Verständnis für die unumstößliche Tatsache zu finden, Belletristik sei kaum eine Frage des Inhalts als vielmehr des literarischen Ausdrucksvermögens, und zwar gebunden an eine ganz bestimmte Sprache. Damit wir uns nur recht verstehen: als geschickt belehrendes, unterhaltsames Buch für Schüler finde ich 'Sofies Welt' hervorragend und wertvoll, als Roman für erwachsene Leser kann es indes gehobenen Erwartungen nur bedingt Genüge tun. Doch was soll's! Meine Meinung ist gewiß nur die eines Snobs. Sie soll keinen Leser entmutigen, dieses nützliche Buch zu lesen; denn es ist ein durchaus braves, empfehlenswertes Jugendbuch, wenngleich kein brillantes. Aber welches ist das schon? ...«
(Klicken Sie hier, dann wissen Sie es! Achtung, das war Werbung!)

Aber Sie wollten ja etwas über Sofies Welt erfahren.

Der einfachste Weg scheint der auf die Domain "Sofies-Welt" zu sein, wo man neben einigen weiteren Links auch ein Forum, ein wohl ausgelaufenes Gewinnspiel, eine etwas chaotische Pinnwand und anderes findet Link . Darunter auch der Link zurück auf Ureda. - Also bleiben Sie dort besser nicht an der Oberfläche, gehen vielmehr gleich hier in die Tiefe. Dazu hilft u.a. das Stichwort "Gaarder, Jostein", ein Besuch im Sofie-Zimmer oder folgende kleine Zusammenstellung von Links:

- Einige Rezensionen zum Buch: Link , Link , Link , Link , Link , Link und Link

- Zwei Referate: Link und Link

- Zwei Erfahrungsberichte zum Schuleinsatz: Link und (an der Volkshochschule) Link

- Die CD zum Schleuderpreis: Link />
- Zur Frage, warum das Buch so erfolgreich ist: Link
- und ob man mit solchen Büchern Kindern die Philosophie nahe bringen kann: Link />
- Zum Film, für alle, die das Buch besser vorher nicht gelesen haben, weil sie sonst eher frustriert sind: Link , Link , Link , Link , Link und Link und eine Arbeitshilfe dazu: Link

- Zum Musical, weil sich Philosophie so gut singen läßt: Link />
- Zum Spiel auf CD: Link />
- Zum Brettspiel, das ja auch vermarktet werden will: Link das man wohl auch im Unterricht verwenden kann: Link />
- Sofies Welt in einer Philosophie-Forums-Diskussion

- Und zum Schluss einige Beispiele für einen anderen Buchschluss, weil der "echte" vielen nicht gefällt: Link

Was man wenig findet, das ist Kritik. Aber dafür gibt es die Gesellschaft für Kritische Philosophie Link . Dort kann man umständlich im Text die Autorenübersicht anklicken und nach dem Verfasser Joachim Kahl Ausschau halten oder Heft 1/97 aufspüren und sie dann in ihrem Versteck finden.

Hier in Ureda findet man - mehr oder minder versteckt - zumeist das Positive.



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