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SPIELE  
dienen Im Spiegel der Möglichkeiten mehrfach der Erläuterung von Zusammenhängen; was nicht verwunderlich ist, weil das ganze Buch – wie das Leben – ein Abenteuerspiel ist.

Nicht zufällig geht es über 10 Level, wie so manches Computergame. Und nicht Zufall im Sinn von Willkür ist auch der in der Evolution, was mit dem Würfelspiel »Einser-raus« erläutert wird. Dieses kleine Glücksspiel ist so simpel (wie auch das Grundprinzip aller Existenz in Zufall und Notwendigkeit), dass noch nicht einmal ein Verweis auf eine Regel- oder Spielesammlung im Internet möglich ist, die alle »Besseres« zum Thema haben (Hinweise siehe unten).

Die ersten Würfelspiele (denen »Zufallsentscheidungen« oder das Ergründen des göttlichen Willens durch einen Wurf mit Steinen, Knochen u.ä. vorausgingen) waren sicher einfache Würfe nach dem Motto »der höchste Wurf gewinnt« und werden weit älter als 5.000 Jahre sein. Denn zu dieser Zeit wird man schon mit gewissen Punktwerten und Additionsregeln, also wie beim »Einser-raus«, gespielt haben (1 zählt hundert, 5 fünfzig, der Rest die einfache Augenzahl; wer als erster bei z.B. 5.000 Punkten ist, hat gewonnen; Varianten, speziell auch mit Paschwürfen, gibt es viele). Die ältesten erhaltenen Würfel stammen aus den sumerischen Königsgräbern von Ur, und zwar aus dem 3. Jahrtausend v.Chr. (drei aus Elfenbein, drei aus Lapislazuli). Die Würfel (alea), mit denen zu Cäsars Zeit gespielt wurde, waren schon genau wie die noch immer verwendeten: ein Kubus, auf dessen Seitenflächen Punkte (»Augen«) von 1 bis 6 gemalt oder eingraviert sind, und zwar so, dass die gegenüberliegenden Seiten immer die Zahl 7 ergeben. (Zur Historie und überhaupt zu Würfeln empfehle ich die informative Seite unter Link ).

Das »Alea iacta est!« (der Würfel ist gefallen) spielt auch in den Abenteuern im Hinblick auf den Rubicon-Effekt eine Rolle, ebenso wie Einsteins Ausspruch »Gott würfelt nicht« eine Anspielung ist. Beides soll jedoch hier ebenso wenig vertieft werden wie die Tatsache, dass das alles mit dem Würfel der Borg nichts zu tun hat (ein Rätsel, das Sie sicher spielend lösen), denn sonst klickt sich jeder »Spielmopps« gleich weg.

Eines der heute beliebtesten Würfelspiele ist Kniffel, das eine Weiterentwicklung unseres Einser-Spiels ist und als solches auch im gleichen Beispielzusammenhang genannt wird. Wesentliche Unterschiede sind die Erhöhung der zulässigen »Treffer« (Pasche, Straßen, Full House usw.) und die – zunehmend eingeschränkte – Entscheidungsmöglichkeit: Dem Zufall wird ein Stück Unbestimmbarkeit genommen, die Regeln – als begleitende Notwendigkeit im Spiel – geben der (endlichen) Willensfreiheit Raum. Das ist philosophisch interessant, doch kein Grund, nicht Lars\' Kniffel-Programm unter Link zu aktivieren, nur eines von Dutzenden, doch besonders schön die Regeln erläuternd. Eine Variante ist »Pasch 5« (Link ). Viele weitere Downloads findet man unter Link und (mit Brettspielen) Link . Auch bei den Online-Spielen gibt’s was Link .

Dort ist auch »Mensch ärgere Dich nicht« zu finden, das Iris und Elena Im Spiegel der Möglichkeiten spielen und wegen der »Freiheit der Quanten« zum Streit führt. Dabei ist das Wort »ärgern» der Komparativ des mittelhochdeutschen »arg« und bedeutet »schlimmer, böser, schlechter« (machen). Genau das sollten sie nicht und taten es doch. Als ich das nette Spielchen auf der Seite von Antje Hofmann probierte (Link ), ist mir das nicht passiert! – Ich verliere schließlich gerne drei-, vier-, fünfmal (nur schade, dass meine Maus in der Wut dran glauben musste).

Damit verlassen wir endgültig die Würfel, die auch bei Brettspielen zumeist eine Rolle spielen, und kommen zum König der Spiele, dem Schach, das weit weg ist von Glücksspielen und Inbegriff des rationalen Denkens und der Strategie. In der Klassifikation des Deutschen Spielearchivs (Link ) ist es folglich auch als Strategisches Denkspiel eingeordnet. Die Verbände (Dt. Schachbund: Link ) aber firmieren zumeist unter »Sport«, was besagt, dass es nicht mehr um Freude, sondern um Leistung geht. Angeblich soll es schon vor Jahrtausenden Vorläufer des Schachs gegeben haben. Einen kompletten Figurensatz fand man in einem Grab im Iran aus der Zeit ungefähr 2.350 v.Chr. Da in Persien der König »Schah« heißt, stammt davon wohl auch der Name, oder vom indischen »Tschaturanga«, dem Namen der Armee. Das und ganz viel über, von und zu Schach findet man auf der sehr umfangreichen Seite von Gerhard Hund Link . Was dort noch nicht steht, ist die Verknüpfung zum Spiegel der Möglichkeiten, mit der es um das Verhältnis von Realität (Akt) und Möglichkeit (Potenz) geht. Wörtlich heißt es in einem Gespräch: »Wenn du von Vollendung sprichst und von Zügen im Spiel, begrenzt du dann nicht den Möglichkeitsraum? Wenn du Schach spielst, so hast du vor dem ersten Zug alle Möglichkeiten, mit dem Matt keine einzige mehr.« – »Nur vierundsechzig Felder hat das Brett, beschränkt ist jede Aktion; mit jedem Akt reduziert sich die Potenz. Doch ward je eine Partie schon einmal gespielt, wenn Meister sitzen am Brett?«

Für Meister verweise ich auf die Profiseiten unter Link , Link und Link mit diversen Strategien, Meisterpartien, Downloads von Eröffnungen usw. Weiterhin für alle Spielstärken und Interessen und ohne Kommentar und Wertung auf Link , Link , Link und die Zeitschrift »Das Schach-Magazin«: Link . Natürlich gibt es bei Hunderttausenden von Gleichgesinnten auch Online-communities wie Link . Sehr sympathisch (vielleicht, weil ich meine Testpartie gewonnen habe: »Junimond«, so der Chatname des Gegenüber, ihm sei Dank!) fand ich die Domain Link , die Liveschach heißt, aber auch Skat und anderes nett und unverbindlich mit echtem Gegenüber und nicht gegen Computer bietet. Zuletzt gibt’s jede Menge Downloads, ich nenne hier stellvertretend »Queen« unter Link und »KnightX« unter Link . Für echte Denker sei unbedingt auf das eigene Stichwort Schach hier im Ureda-ABC verwiesen.

Mit den letzten Hinweisen sind wir bei den Computerspielen angelangt, zu denen ich ein paar Downloadmöglichkeiten nennen will (Link , Link , Link , Link , Link , Link , Link , Link ).

Empfehlenswerter, weil unmittelbar mitmenschlich sind aber doch die Gesellschaftsspiele, von den eingangs genannten Würfel- und Brettspielen bis zu Aktionsspielen und all dem, was modern Indorplay heißt, auch wenn’s manchmal die alte »Reise nach Jerusalem« ist. Daher zum Abschluss einige Hinweise auf Anleitungen für (Kinder-) Karten- und Würfelspiele: Link , Link , Link und mit breitem Spektrum Link oder Link . Zudem gibt es viele Portale, Testseiten usw., von denen ich nenne: Link , Link , Link , Link , Link , Link und Link .

Dann gibt es noch die Denkspiele Link , die man auch beim Lesen zur Unterhaltung betreiben sollte, indem man sich etwa Fragen stellt wie die, ob es wirklich den dreifachen Freitag gibt, was es mit dem Rubicon-Effekt oder der Seelenkette auf sich hat und welche Welt real und welche virtuell ist. Die können Sie ohne Anleitung, ohne Brett und Computer mit meinem Buch in der Hand betreiben und – erschrecken Sie nicht – zugleich philosophieren: Denn Spiel ist Freiheit und Spontaneität, Lebendigkeit und Kreativität, Versuch und Irrtum, Zufall in Notwendigkeit. -- Und Philosophie ist der Versuch, das zu verstehen.



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