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TIERE und PFLANZEN Uredas  
Die Tiere und Pflanzen einer virtuellen Welt können, müssen aber nicht real sein. Da virtuell eigentlich »der Möglichkeit nach« heißt, kann diese natürlich (und das Wort steht hier bewusst) realisiert sein, wie – vielleicht – bei der Blaudrossel oder, imaginär, beim Goldkronenadler oder, paradox, der Mammuteiche, da Mammutbäume Nadelbäume sind. Im Spiegel der Möglichkeiten haben die Arten keine direkte Bedeutung, wohl aber eine indirekte mit Blick auf Schönheit, Symbolik und Wert natürlichen Lebens.

Unsicher bin ich, ob es die Blaudrossel gibt, denn im Register des »Lexikons der Biologie« (Überblick unter Link ) ist sie aufgeführt und als Art im Naturpark der Falaisen von Duino genannt (Link ). Auch besingt sie Joseph Viktor Widmann (Link ). Lyrik ist sicher kein Beweis, ebenso wenig die Nennung auf der Touristenseite einer Ferienregion. Das »Lexikon der Biologie« aber soll erst am 30.09.2001 erscheinen, so dass die Arten Uredas darin schon aufgenommen sein können. – Jedenfalls fand ich den Namen weder in der Nomenklatur nach Naumann oder nach Peterson (dazu schöne Zeichnungen der Drosselvögel unter Link aus »Naturgeschichte der Vögel Mitteleuropas«, hrsg. von Carl R. Hennicke) noch im Vogelnetzwerk (Link ) oder der Ornithologie-Suchmaschine (Link ), ja nicht einmal auf der Bayernseite (Link ), obwohl man dort Blau und Weiß am ehesten erwarten darf. Also lassen wir die Frage nach der realen Existenz offen oder harren der Mails, die diesbezüglich heureka@ureda.de gern entgegennimmt. – Weiter unten gibt es noch ausführlichere Hinweise bzw. Links zu den Drosselvögeln sowie zur Ornithologie. Zuvor aber zu den beiden anderen Arten:

Kronenadler gehören zu den größten Adlern und leben im tropischen Urwald Afrikas (ein Foto: Link ) oder in Tierparks, wo ihnen laut Leitlinien für eine tierschutzrechtliche Haltung (Link ) 80 qm bei Einzelhaltung oder 115 qm für ein Pärchen zustehen. Oder sie sind Stars in Adlerwarten (Infos zu der in Berlebeck unter Link ). In Ureda fliegen sie so frei, wie sie nur wollen, und dürfen dabei auch ihre goldene Krone tragen, die es nur hier gibt. Adler gehören zu den Greifvögeln. Wie man etwa bei »Vogelschutz-Online e.V.« (Link ) nachlesen kann, besteht die Ordnung der Greife aus drei Familien: Fischadler, Falken sowie den Habichtarten. Die Adler – außer dem Fischadler – sind also nur eine Unterfamilie der Habichte, wie auch Bussarde oder Weihen. Es wird ihnen jedoch egal sein. Wichtiger für diese großen Greife ist, dass sie besonders kräftige Schnäbel und starke Krallen haben, was man beispielsweise auch auf den schönen Bildern bei Tara und Robert (Link ) erkennen kann. In Mitteleuropa gibt es daneben den nur bussard-großen Fischadler (Link , Foto: Link ) noch in wenigen Brutpaaren, die bei uns größte Adlerart, den Seeadler (dazu und darüber hinaus eine schöne Seite von Kerstin Sell: Link ), mit bis zu 2,40 m Flügelspannweite, sowie im Gebirge den Kaiseradler (Link ) und den Steinadler (Link , Fotos: Link ). In Süd- und Osteuropa sowie v.a. Nordwestafrika jagt der relativ kleine Schlangenadler (70 cm Spannweite, Link ) noch das, was ihm seinen Namen gibt. Und auch der Schreiadler (Link ) schreit noch in Europa; vielleicht: »Laßt uns Leben!«. Hinzu kommen als markante Großarten noch der Gleitaar sowie der kurzschwänzige Gaukler und der Affenadler jeweils in Afrika, der afrikanisch-asiatische Kaiseradler, der ostasiatische Riesenseeadler und das Wappentier der USA, der Weißkopfseeadler (Link ).

Mammutbäume gehören zur Familie der Sumpfzypressen. Der immergrüne Riesenmammutbaum (Sequoia gigantea) wächst am westlichen, kalifornischen Abhang der Sierra Nevada zwischen 1500 und 2000 m. Stammhöhen bis zu 120 m und Stammdurchmesser von 12 m werden erreicht. Das Alter dieser Bäume liegt meistens bei 1500 Jahren, einzelne sind über 3500 Jahre alt (Link von Gabriele Jesdinsky und sehr gut Link von Armin Jagel sowie Link ). Weniger mächtig im Umfang sind die Exemplare des Küstenmammutbaums (Sequoia sempervirens, Redwood: Link und Link ). Die Mammutbäume sind die höchsten Nadelbäume. Der Rekord für den höchsten Baum der Welt geht jedoch an einen Laubbaum, nämlich Eucalyptus regnans (Link ), von dem ein 1872 in Gippsland, Victoria gefälltes Exemplar 132,5 m Höhe maß bei 5,5 m Stammdurchmesser. (Und die eher unauffällige Grannen-Kiefer (Pinus aristata bzw. P. longaeva, Link ) kann bis zu 4700 Jahre alt werden.) In Europa findet man Mammutbäume in verschiedenen Gartenanlagen, etwa auf der Mainau, und in den tertiären Braunkohlenflözen. Man dachte, sie seien ausgestorben, doch wurde in Zentralchina eine verwandte Art, das Chinesische Rotholz (Metasequoia glyptostroboides; Link ) 1941 wiederentdeckt. Der Baobab (Affenbrotbaum; Link ) wird populär auch als afrikanischer Mammutbaum bezeichnet. Furchtbar ist, dass überall auf der Erde solche uralten Giganten des schnellen Profits wegen in Bretter gesägt werden. Daher ist denen, die das verhindern (wollen), höchster Respekt zu zollen, etwa Julia Hill, die zumindest ein Exemplar durch immensen Einsatz (vorübergehend) rettete (Link bzw. Link ).

Doch zurück zu den Drosseln, die erst einmal etwas zurückstehen mussten: Sie bilden eine der 28 Familien der Sing- oder Sperlingsvögel (Link bzw. Link ), die in zahlreichen Arten weltweit verbreitet sind. Sie sind Würmer-, Insekten- und Beerenfresser. Von den einheimischen seien genannt die kleine braune Singdrossel (Turdus philomelos, Link ) mit heller, getüpfelter Brust, die größere Wacholderdrossel (Turdus pilaris, Link ) mit grauem Oberkopf und Bürzel, die ähnliche, aber braune Misteldrossel (Turdus viscivorus, Link ), die kleine Rotdrossel (Turdus iliacus, Link ) mit rotbraunen Flanken und die sehr verbreitete Schwarzdrossel oder Amsel (Turdus merula, Link , Link und als Buchtipp »Die Amsel« von Burkhard Stephan). Dieser ähnlich, doch mit weißem Brustschild ist die Ringdrossel (Turdus torquatus, Link ). Zur engen Verwandtschaft der Drosseln gehören auch die Steinschmätzer, Haus- und Gartenrotschwanz, Rotkehlchen und Nachtigall (Link ).

Nicht heimisch ist die Spottdrossel (Link auf insgesamt schöner Zoologieseite von Markus Kappeler: Link ), deren Name aber hier und da zu Dialogen Im Spiegel der Möglichkeiten passt. Und alle, ob Amsel, Drossel, Fink und Star und die ganze Vogelschar, sind in Ureda willkommen, wo vielleicht die Deutsche Ornithologen-Gesellschaft (Link ) noch Neufunde machen kann, die dann auch ins Birdnet (Link ) kommen. Vielleicht gründet sich sogar ein eigener Ornithologenverein hier, etwa als Untergruppe des Vereins Thüringer Ornithologen, die eine informative Homepage und eine tolle Linksammlung über eine klickbare Weltkarte bieten (Link ). Was ich dort noch nicht fand, aber der Presse entnahm, ist, dass die männlichen Drosseln, die bekanntlich den Gesang anderer Vögel nachahmen, wirklich mit der Zeit gehen: Britische Forscher fanden heraus, dass sie auch die Tonfolgen von Handys imitieren und damit bei den Weibchen echt Eindruck schinden.

Doch nicht nur Vögel, auch mystische und chaotische Schmetterlinge, mehrere Schildkröten (Kassiopeia, Groß A-Tuin (zu ihr und den Elefanten siehe Stichwort Pratchett) und eine atomare Schildkröte), mehrere Katzen – auch die von Schrödinger, die Sie aber nicht einmal in der riesigen Linkübersicht von Armin Konrad unter Link finden –, das geliebte Meerschwein Kuschel, die ebenso geliebte Hündin Saskia, ein paradoxer Wüstenfrosch, eine Fledermaus mit eigener Welt, ein kirchlicher Wachhund, der Botenhund Hermes und anderes Getier (dabei auch die von vielen als »eklig« bezeichneten, aber wichtigen Spinnen und Würmer) treten oft mit philosophischem Anspruch auf. Und auch dem viel gejagten Moorhuhn ist das virtuelle Ureda Zuflucht.

Das muss wohl so sein in einer realen Welt, in der während der großen Erdkatastrophen umgerechnet die Vernichtungsrate höchstens eine Art pro Jahr betrug, in den letzten hundert Jahren durch menschliche Aktivitäten aber schon ca. zehn Arten pro Jahr zum Verschwinden gebracht wurden, in unserer Gegenwart tatsächlich schon mindestens eine pro Tag! (Link , Link , Link und Link , als Literaturtipp: Martin Gorke »Artensterben -- von der ökologischen Theorie zum Eigenwert der Natur« und nicht zuletzt eine Spiegel-Dokumentation unter Link ). Das ist ein Beschleunigungsfaktor von 365, was sogar ein amerikanischer Präsident ausrechnen könnte. Wird diese Beschleunigung beibehalten, ergibt sich bereits in wenigen Jahren eine auf Nimmerwiedersehen ausgestorbene Art pro Stunde. – Doch haben Sie keine Angst: Die auserwählte Gattung Mensch wird noch nicht darunter sein und kommt für ihren Unterhalt mit einer sehr geringen Anzahl von Pflanzen und Tieren aus, so dass der Minutentakt hier bald besser funktioniert als im öffentlichen Nahverkehr.

Der Rest wird seit einiger Zeit daher auch »monetarisiert«: So soll etwa in der Eingriffsregelung der Lebensraum »Halbtrockenrasen« mit DM 13,15 (ca. € 6,55) angesetzt werden. Sind Eingriffe besonders schädlich, so – ich zitiere aus dem wissenschaftlichen Werk zu dieser Regelung (Schemel et al. 1995) – »kann die Abgabe verdoppelt, in Extremfällen sogar verzehnfacht werden«. Das ist also die Wertspanne zwischen Leben und Tod: Für DM 13,15 leben oder für DM 131,50 (ca. € 65,50) tot sein – bitte wählen!

Mit der Monetarisierung von allem, was unsere Welt ausmacht, geht jeder Eigenwert, letztlich auch der des Menschen und des Lebens verloren, bleibt nur ein relativer Unterschied auf der Kaufwertskala: Aus Arbeit, Käse, Eichhörnchen, einem Kunstwerk, einer sportlichen Leistung, Kindererziehung und Landschaft werden Euro.

Doch kommen wir zurück zur heilen Welt Uredas, in der sich die Arten vermehren sollen, weil hier das ethische Prinzip in Bezug auf Quantitäten heißt: Handle so, dass sich die Zahl der Möglichkeiten erhöht.

Bitte machen Sie uns Vorschläge (heureka@ureda.de)zur Ansiedlung realer und fantastischer Arten, die Sie z.B. mit Bildern, Beschreibungen, Taxonomie, ökologischen Ansprüchen, philosophischem Sinn, Originalität usw. begründen!

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