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VENEDIG  
war eine der Städte der Zuflucht Giordano Brunos und gelegentlich auch von mir. Von hier wurde er nach Rom ausgeliefert, meiner zweiten Lieblingsstadt. – Und nun erschrecke ich, denn eigentlich ist es zynisch, sein mit diesen Städten verbundenes Leid mit meiner touristischen Freude in einem Satz zu vereinen. Obwohl: Vereint nicht auch der Blick in den Spiegel der Möglichkeiten oft sehr Verschiedenes, gar vermeintliche Gegensätze – und das Leben sowieso?

Vergiss es: Auf nach Venedig!

Einen kurzen Überblick findet man – auch das passt zum gerade Gesagten, denn es scheint unsinnig, doch verbindet – auf der Homepage »Griechenland«: Link . Sehr, sehr viel mehr bringt die Infoseite »Clickfish« unter Link , die schon wieder eine dieser merkwürdigen Verbindungen aufbaut: Denn ich und alle, die mit Douglas Adams einmal per Anhalter durch die Galaxis getrampt sind, denken natürlich an den Babelfish, den man bestens zur Sprachübersetzung brauchen könnte, wenn man in andere Länder reist. Aber es geht auch mit moderner Technik und Software, was man – wie all diese vielleicht wieder absurd erscheinenden Verbindungen – ganz spannend zusammenbringen kann, wenn man sich mit den Abenteuern zwischen Urknall und Homo s@piens beschäftigt.

Aber hier beschäftigen wir uns mit Venedig, und darum schnell wieder hin! Wenn's nicht physisch geht, dann doch zumindest virtuell über die sehr schönen Bilder unter Link oder – unbedingt empfehlenswert – über die informative und zudem originelle Seite Link . Gegen diese fällt die offizielle Touristikseite zu Venedig und Venezien Link schon etwas ab, bietet aber auch Neues. Den Carnevalisten (bei Venedig sollte man sie schon mit C schreiben) lege ich die Seite Link ans Herz und hoffe, dass es fröhlich ist. Beim Mohr von Venedig, dem man im Carneval auch als Maske begegnen kann, war das laut Shakespeare nicht immer so (zu Othello: Link ), und bei seinem »Kaufmann von Venedig« (Link ) klingelten auch noch nicht die Touristenkassen.

Ich merke, dass ich mit Shakespeare (siehe dort) schon wieder in eine Abschweifung und Gefahr laufe, über seine großen Fans namens Data und Captain Picard statt am Rialto auf der Brücke in der Enterprise zu landen.

Dabei lesen sich die Morde der Gegenwart viel spannender als die des alten Dramatikers, wie Donna Leon mit ihren Fällen des Commissario Brunetti beweist. Und mit Sciencefiction hat die Lagunenstadt höchsten gemein, dass ihre Herrlichkeit leider zu Legende und Fiktion werden wird, weil das Schiff aus Stein unrettbar im Meer versinken muss. Dies ist wahrhaft ein Verlust für die Menschheit, denn Venedig inspirierte sogar einen Nietzsche zur Menschlichkeit (siehe Gedicht in »Ecce Homo«: Link ).

Bekanntlich inspirierte die Stadt auch so viele große und kleine Künstler, dass ich gar nicht erst beginnen will, Hinweise zu geben, höchstens auf Reiseführer (Liste unter Link ). Nicht aufgeführt ist in dieser Liste jedoch eine sehr alte und nicht sehr touristische Schrift: das Patentgesetz von 1474 und ein Antrag von 1594 eines gewissen Galileo Galilei auf Schutz einer Vorrichtung, Wasser zu heben (Link ). Jener Galilei steht, wie in mein Buch eingewoben, in einem sehr diffizilen historischen Verhältnis zu Bruno, mit dem ich meine scheinbar wirren Hinweise zur Stadt begann. Er hob weit mehr als Wasser bzw. hob aus dem Wasser: nämlich die moderne, empirische Naturwissenschaft.

Aus heutiger Sicht wäre es besser für Venedig, es handelte sich um ein Patent, die Stadt aus dem Wasser zu heben. Und besser im Hinblick auf die Bedrohung des ganzen Planeten wäre es, die durch Galilei mit eingeführte Wertsetzung der Neuzeit und Moderne, wonach nur das Messbare und nur das vom Individuum Unabhängige gut und richtig ist, würde versinken.

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