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WÜSTENFROSCH  
Der Im Spiegel der Möglichkeiten genannte Wüsten- oder Wasserreservoirfrosch Cyclorana novae-hollandiae sieht nicht ganz so aus, wie auf diesem Bild Link , überlebt aber Dürrezeiten, weil er Wasser in seinen Lymphknoten speichert. Er kann Wasser in einer Menge einlagern, die seinem Körpergewicht entspricht. In der Trockenzeit überziehen sich diese Wüstenamphibien Link eingegraben in der Erde mit einem wasserundurchlässigen Sekret Link . Sie überstehen bis zu sieben Jahre Dürreschlaf Link . Auch Lungenfische (Link , Link , Link ) und andere "lebende Fossilien" (Link , Link , Link ) und vermeintliche Wassertiere überstehen ähnlich die Dürre.

Da wir davon ausgehen müssen, dass sie sich nur in aktiven Zeiten eine Vorstellung von der Welt machen können, wird diese einer Sumpflandschaft entsprechen. Ist unsere Erkenntnis, dass es tatsächlich eine Wüste ist, richtiger? Wagen wir es vielleicht gar, über die »Dummheit« dieser Wesen zu schmunzeln? – Erkenntnis ist nie objektiv, vielmehr von Sinnen und Umständen abhängig, von der Art der inneren Datenverarbeitung und Informationsgewinnung und nicht zuletzt von dem, was wir meinen, als Zeit wahrzunehmen und dennoch so kurzfristig erleben wie der Frosch: Ein paar Tausend Jahre mehr oder weniger, und die Wüste ist vielleicht ein Meer oder ein Urwald oder (und dann reicht ein Jahrzehnt) eine Betonstadt, in der kein Wüstenfrosch mehr die Chance hat, seinen vermeintlichen Irrtum zu erkennen, und kein Mensch mehr, sich von Cyclorana anregen zu lassen, über sich und sein Bild von der Welt nachzudenken.


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