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EVOLU-SCHOSE  
nennt Siri Im Spiegel der Möglichkeiten flapsig das Werden allen Seins, das man auch einmal so schildern darf:

Fangen wir doch vorne an, beim Knall.

Das ist zwar schon etwas her
– und wir sind auch nicht dabei gewesen –,
doch ging alles ziemlich schnell,
wie da so aus dem Nichts das Alles wurde.

Vorher kein Raum und keine Zeit,
keine Materie und Energie.
Dann ein lautloses Peng:
die Zeit, die Urkraft, Urstoff, ein Universum,
die Welt.
Nur, wie gesagt, wir sind nicht dabei gewesen.
Und das spricht schon für sich.

Lassen wir die Einzelheiten, die kann man nachlesen:
Leptonen, Quarks, Helium, Reaktionen, Verdichtung,
irgendwann Sonnen, Planeten.
Von uns Menschen weit und breit keine Spur.
Aber doch eindeutig Evolution.

Und was für eine:
Vom Garnichts, was immer das (nicht) ist,
zur Zeit, zum Raum,
zum Tanz der Gase, sich findend, vereinend, neu bildend.

Allein die Idee, aus einem Baustein alle Elemente zu backen, zu kombinieren, zu experimentieren:
Superkreativ, planvoll, inspirativ!

Da werden aus Gasen feste Stoffe,
Kristalle, die wachsen, sich organisieren, Minerale, Gestein.
Kräfte dazwischen, darin:
Das Alles noch immer das Eine.
– Evolution ganz ohne uns.

Erfindung des Wassers
und in dem die neue Idee, das lebende, biotische Sein.
Warum? >p>Weil die Idee einfach gut war:
schnellere Reaktion, bessere Information.
Ist doch ziemlich träge, so ein abiotisches Sein:
Braucht Millionen Jahre, um sich als Fels zu versuchen
oder als wandernde Düne
oder wieder gelöst, glutflüssig,
gebacken erneut zu hartem Stein.

Dagegen so eine organische Verbindung:
kaum geschlossen, schon probiert,
wieder gelöst und neu probiert.
Geht blitzschnell, so ein Bio-Chemie-Lotto.
Schöpfung im Zeitraffer.

Schwerer schon, den Erfolg zu stabilisieren,
die gute Idee zu halten,
das Rezept zu speichern.

Der informationstechnische Durchbruch DNS
als Superei des Kolumbus.
High-Tech-Evolution: Weitergabe der Erfahrung als neue Startbedingung. Selektion besserer Ideen.
Speicherung, Optimierung der biologischen Software.
– Natürlich ohne uns!

Erfindung der Organisation,
des Managements mit Arbeitsteilung in der Zelle,
dann im Organismus, zwischen Organismen.

Und alles voller Spielfreude, aktiv, gestaltend.
Doch nicht das Programm ist das Spiel,
es legt nur die Regeln fest.
Ist nicht Determinismus,
nur notwendiges Stabilisierungs- und Ordnungsmaß.

Versuch und Irrtum.
Lob des Irrtums als Kreativitätsbasis.
Fixierung des Erfolgs als Weg.
Kreativität nutzt Information,
bewirkt Realisation,
schafft neue Information.

Nicht »gut«, nicht »schlecht«:
»zweckmäßig« oder »unzweckmäßig« das Maß.
Erhalt des Erreichten ist die Regel,
kreative Weiterentwicklung das Prinzip.
– Dabei ganz ohne uns.

Evolution nicht als Anpassung an Gegebenes,
nein: aktive Veränderung, Neugestaltung,
Evolution als die Idee der Ideen.

Irgendwann vom Wasser auf´s Land.
Energierevolution ganz auf Solar-Technik.
Aber noch immer Informationsprobleme:
guter Langzeitspeicher DNS,
doch schlechter Arbeitsspeicher
mit mäßigem Datentransfer,
wenig Kommunikation.

Daher, ganz, ganz spät,
nur Sekunden auf dem Zifferblatt des Schöpfungstages,
auch mal mit uns:
Denn eine bessere CPU, mehr RAM waren nötig,
ein Träger des Hirns.

Auch tolle mechanische Vorteile:
aufrechter Gang, Greifhand.
Kultivierung technischer Möglichkeiten.
Perfektion der Informationsvermittlung durch
Laute, Logik, Zahl und Schrift.

Doch hohes Risiko, so ein Mensch:
Drang zur Maßlosigkeit,
Größenwahn.
Macht statt Kreativität.
Kampf statt Wettbewerb.

Sackgassenevolution?

Immerhin: Neue Speichermedien über das Papier zum Computer.
Simulation als Verbesserung des Prinzips »Versuch und Irrtum«.
Medientechnik als Supervernetzung.
Information nicht nur in Milliarden währenden Naturgesetzen, nicht nur in beharrenden Genspeichern über Millionen Jahre, nicht nur in Hirnen für Veränderungen in Epochen.
– Nein, in Chips, sekundenschnell, emotionslos.

Was ist die evolutionäre Konsequenz?

Leptonen, Atome, Moleküle, Stoffe, Pflanzen, Tiere, Menschen, Computer, virtuelle Welt,
»reiner, körperloser Geist«.

Warum nicht?
Warum nicht irgendwann wieder ohne uns?


(Teil eines Dia-Vortrags »Ist Natur planbar?«, Landesgartenschau Bad Dürrheim, 30. Mai 1994)


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