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GOTT  
Gott ist der Eine und Einzige, und er ist derart vollkommen, daß er keinem der Dinge gleicht, die es gibt, und keinem derer, die es nicht gibt. Du kannst ihn nicht beschreiben, indem du deinem menschlichen Verstand gebrauchst, als ob er einer wäre, der sich entzürnt, wenn er böse ist, oder der sich aus Güte mit dir beschäftigt, einer der Mind, Ohren, Gesicht oder Flügel hat, oder der Geist, Vater und Sohn ist, auch nicht seiner selbst. Von dem Einzigen kannst du nicht sagen, daß er da ist oder nicht da ist, er umfasst alles, aber er ist nichts davon. Du kannst ihn nur durch die Nichtähnlichkeit benennen, denn es ist sinnlos, ihn Güte, Schönheit, Weisheit, Liebe, Kraft oder Gerechtigkeit zu nennen, es wäre dasselbe, wie ihn Bär, Panther, Schlange, Drache oder Greif zu nennen, denn nichts von dem, was du über ihn sagst, kann ihn jemals beschreiben. Gott ist nicht Körper, nicht Gestalt, nicht Form, er hat keine Qualität, keine Schwere oder Leichtigkeit, er sieht nicht, hört nicht, kennt keine Unordnung und Verwirrung, ist nicht Seele, nicht Intelligenz, Imagination, Meinung, Gedanke, Wort, Zahl, Ordnung, Größe, er ist nicht Gleichheit und nicht Ungleichheit, nicht Zeit und nicht Ewigkeit, er ist ein Wille ohne Ziel.

Diese Worte lässt Umberto Eco Link die Hypatia in seinem Roman »Baudolino« Link sprechen und sie sprechen auch aus meinem Roman Im Spiegel der Möglichkeiten. Darin gibt er sich gleichsam als Wille ohne Ziel in das Werden, wird Werden, wird unfixiertes Ziel.

Mehr will ich zu diesem Gott der Religionen und dem der Philosophen nicht sagen, denn die Fülle dessen, was seit Jahrtausenden zu ihm gesagt wird, muss zum Schweigen führen, da nichts vom Gesagten die sich ausfaltende Vielfalt als Fülle des Einen beschreiben kann.

Ich beschränke mich schweigend auf ein sehr menschliches »Gespräch mit Gott« Link , denn wie Gott sich im Spiegel des Seins zu erkennen sucht, so kann der Mensch in den göttlichen Blicken, um mehr über sich zu erfahren, sowie einige interne Verweise (am rechten Rand) und denke selbts, Gott ist das Wort für das, was alles mit allem zusammen hält.





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edition tertium Bibliothek Ureda © 2001 Karl Josef Durwen