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BORG  
werden verkürzt die Cyborg genannt, die erstmals 1988 in der zweiten Staffel der Serie Star Trek (»The Next Generation«) mit ihrem riesigen würfelförmigen Schiff auftauchen und im Jahr 2001 Im Spiegel der Möglichkeiten. 1988 bedrohten sie die Menschheit, 2001 dienen sie dazu, Menschen den Spiegel ihrer Selbstbedrohung vorzuhalten.

Die Borg benutzen die biologischen Körper für die Technik und erachten sich auf Grund der optimierten Kombination aus Mensch und Maschine als so überlegen, dass sie diesen Fortschritt mit allen anderen Rassen teilen wollen. Sie verstehen es geradezu als Entwicklungshilfe, andere in ihr Kollektiv aufzunehmen, sie zu »assimilieren«. Dank der implantierten kybernetischen Geräte ist der Borg ein hoch spezialisiertes, extrem nützliches Wesen in diesem Kollektiv, ohne jegliche Individualität. Auf kommunikationstechnischem Weg haben sie damit geschafft, woran die Scientologen noch mit konventionellen Psychomethoden arbeiten. Und für die immer größer werdenden Schar derer, die es als geradezu evolutionäre Notwendigkeit sehen, mit der Technik den Übermenschen hervorzubringen (sie werden als Extropier charakterisiert), müssen die Borg eigentlich als Ideal gelten.

Aber was passiert in der Fernsehserie?: Die Besatzung des Raumschiffs Enterprise hängt wieder einmal am alten Individualismus und Humanismus und wehrt sich trotz technischer Unterlegenheit verbissen gegen den unpersönlichen Feind, was Günter Hack in seiner hervorragenden Magisterarbeit unter Link als Metapher für den aussichtslosen Kampf des Individuums gegen die anonyme Technik interpretiert. Ja, in einer Folge wird sogar das Individuum und das Symbol für Toleranz, Liberalität und Humanismus schlechthin, nämlich Captain Picard, entführt und zum Borg umgebaut. Er verschwindet in der Masse des Kollektivs ...

Doch was passiert in dieser hoffnungslosen Situation? Es siegen Biologie und Individualität! Erst probieren die experimentierfreudigen Borg den für Maschinenwesen unnötigen Schlaf aus, statt an den letzten Zerstörungsschlag zu denken, später verhilft die Crew der Enterprise einem Borg zu einem Namen und zu Anfängen der Individualität, die dann wie eine Seuche das Kollektiv zerstört.

Der Optimismus dieser Serie ist so grenzenlos wie das Universum, durch das die Enterprise reist. Und die Anhängerschaft der Serie ist gewaltig, sodass man hoffnungsvoll auf die weitere Reise durch den Möglichkeitsraum blicken kann, den wir nutzen und in dem wir auch individuelle Abenteuer erleben dürfen.

Wer mehr zu den Episoden mit den Borg wissen will, kann beispielsweise auf Link oder (mit einigen Bildern) auf Link oder Link klicken. Natürlich kann man auch die Bücher lesen. Fürs Auge empfehle ich Link . Etwas ausführlicher und mit weiterführenden Links versehen ist Link bzw. (bebildert) Link . Wer aber Alternativen schätzt, der erfährt unter Link die Variante, die dank Windows die Menschheit rettet: Weil es auch den Borg immer allen Speicherplatz raubt.

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