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| ABLASS | ||
| Wendur bittet Im Spiegel der Möglichkeiten einmal um Ablass und Belehrung. Normalerweise hat beides nicht gar so viel miteinander zu tun, denn beim Ablass muss nicht das Wissen, vielmehr der Glaube stark sein; sehr stark! Denn man muss an das ewige Leben, das »Fegefeuer« und die Macht der Kirche glauben und selbstredend auch an den einen Gott, der nicht rachsüchtig ist, doch mit einem sündigen Menschen nicht in der Ewigkeit zusammenleben will. Dieser Gott schenkt dem Christen, der nicht zu schwer gesündigt hat, bereut und um Wiedergutmachung bemüht ist, die Gnade der befristeten Sündenstrafe, in der man Leiden und Prüfungen jeder Art geduldig erträgt. Denn laut katholischem Katechismus (online unter Die Hauptquelle der Theologie des Ablasses ist das Leviticus-Buch. Dort heißt es: »Denn es ist ein Jubeljahr, es soll euch als heilig gelten, in diesem Jahr soll jeder von euch zu seinem Besitz zurückkehren.« (LV 25,12-13) Alle fünfzig Jahre war gemäß Mose ein Jubeljahr, und dieses wurde mit einem Ablass verbunden: Die Israeliten sollten alles Eigentum an Grund und Boden an die ursprünglichen Besitzer zurückgeben. So wurde einer Macht- und Besitzkonzentration in wenigen Händen immer wieder entgegengewirkt. Zusätzlich sollten die Juden sich alle sieben Jahre gegenseitig alle Schulden erlassen. Die durch Verschuldung und Zinsknechtschaft zu Taglöhnern herabgesunkenen Bauern wurden aus ihrer Abhängigkeit befreit. Das Ackerland durfte sich nach jeweils sieben Jahren für ein Jahr ausruhen und Kraft sammeln. Das war ein wunderbarer Brauch, ganz im Sinn der persönlichen Befreiung von sehr irdischen Fesseln wie Unfreiheit und materieller Überschuldung. In der christlichen Lehre vom Ablass wurde er auf Sündenschulden bezogen, wohl erst im Sinn der Wiedergutmachung gesehen und dann transzendiert. Dabei war jedoch die Überzeugung leitend, dass die Tilgung einer Schuld vor Gott nicht deren Straffolgen enthebt. Diese müssen vielmehr durch Bußwerke mühsam aufgearbeitet werden. Dabei kann die Gemeinschaft der Kirche dem Büßenden hilfreich zur Seite stehen. Als Bußwerke wurden auch Spenden anerkannt. Der Medici-Papst Leo X. machte daraus ein einträgliches Geschäft zur Finanzierung des Petersdom-Baus, wobei die oberflächliche Verkündung in der Praxis den Eindruck erweckte, man könne sich schon zu Erdenzeiten vom Fegefeuer loskaufen (Ablasshandel etwa des Johannes Tetzel). Bald gab es sogar feste Tarife, etwa für Elternmord vier Dukaten. – Für zwei Elter (das ist kein Schreibfehler, sondern Singular) recht preisgünstig, denn Sodomie kostete 12 Dukaten. Der Petersdom steht, die Folgen nicht nur für die Kirchengeschichte sind bekannt (Luther, Calvin, Kirchenspaltung, Dreißigjähriger Krieg ...). In besagtem Petersdom wurde am 24.12.99 die Heilige Pforte für das Jubeljahr 2000 bis zum 6. Januar 2001 geöffnet ( Doch, so fragt sich Dieter Potzel ( |
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