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DATA  
Der Androide hat in der Kultserie Star Trek einen älteren Bruder namens Lore und mit ihm echt emotionalen Ärger, denn Lore stahl (eine verwerfliche Tat, die Data mit seinem Ethikprogramm nie begangen hätte) den Emotions-Chip, den Dr. Soong – der Schöpfer dieser Superroboter in Menschengestalt – geschaffen hatte. Also war Lore von schlechten Gefühlen beherrscht, schaltete sogar Datas Ethikprogramm aus und zog diesen zeitweilig auf die Seite der Borg, bis es schließlich Data selbst ist, der Lore deaktiviert.

Schon diese wenigen Hinweise auf Ereignisse im Star Trek-Universum bieten einen großen Reichtum an literarischen, philosophischen, ethischen und gleichnishaften Motiven. Es wird die Story um Kain und Abel gespiegelt, es geht um Gut und Böse und dabei um die Frage, ob diese Begriffe bzw. das, was hinter ihnen steht, auf Außermenschliches, ja Technisches übertragen werden können: Deaktivierung ist wohl noch kein Brudermord, zudem hier zum Wohl der Menschheit zu rechtfertigen. Dieses aber lebt im Star Trek-Universum interessanterweise in einer sehr technisierten, aber ebenso von Humanität und Individualität geprägten Welt fort, die nicht etwa von reiner Technik – mit der man äußerst bewusst umgeht – bedroht wird, sondern bezeichnenderweise von den Borg, von nicht mehr individuellen Mischlingen (Cyborgs) aus Mensch und Maschine. Und die perfekte Maschine namens Data, die sich immer nach menschlichen Gefühlen sehnt, ist – wenn auch nach schicksalhaften Verirrungen – letztlich der Retter des eigentlich Menschlichen.

Solche Motive sind, wenn man in einen Spiegel der Möglichkeiten schaut, in dem Fragen der Realität und Virtualität, des Bewusstseins und Menschseins auftauchen, gar nicht zu vernachlässigen. Und wer wäre geeigneter, über diese und weitere Fragen zu diskutieren, die sich bewusst werdende Menschen stellen, als ein in der (künstlichen) Intelligenz unübertroffener aber nichtmenschlicher Apparat, der gern empfinden, weinen, lachen, lieben möchte? Somit musste Data geradezu zu einer ganz wesentlichen Figur in den Abenteuern werden, und dankenswerterweise zog er die Möglichkeit der Mitwirkung in Betracht und findet seine Rolle nicht unangemessen, auch wenn er sich mehrmals gezwungen sieht mir mitzuteilen, dass etwas nicht ganz korrekt sei.

Sprach ich über Datas Bruder Lore, so sollte ich doch auch über deren ältesten Bruder sprechen, der schon 1973 geboren wurde: nämlich den »Positronischen Mann« von Isaak Asimov. Der ist der literarische Vorgänger und ein Wesen, das man später Androide taufte (dazu: Link sowie ergänzend Asimovs Robotergeschichten unter Link , seine drei Gesetze der Robotik unter Link , eine kurze Biografie unter Link und der Hinweis auf die Asimov-Homepage unter Link ). Auch sollte ich vom Homo s@piens sprechen, dem es Im Spiegel der Möglichkeiten sogar gelingt, Datas Schaltkreise zu verwirren. -- Doch ich möchte nicht von dem geschätzten Besatzungsmitglied der Enterprise ablenken und diesbezüglich auf die anderen Stichwörter verweisen, auf die tolle Hausarbeit von Julia Abrahams und Marc Janott »Mitmensch Android« (Link ) und zu unserem Lieutenant auf folgende Seiten im Internet, die so viele Informationen bieten zu seiner Erstaktivierung am 02. Februar 2338 in der Wissenschaftskolonie Omicron Theta, über technische Details (das positronische Gehirn arbeitet wirklich zuverlässiger als ein Modem der Telekom), Familienverhältnisse, Interessen und Hobbys (seine Vorliebe für Shakespeare habe ja auch ich verwendet, doch als Stepptänzer konnte ich ihn nicht einsetzen) bis natürlich zu seinen Abenteuern, dass ich auf Wiederholungen verzichte und verweise: Link , Link , Link und weitere Verweise unter Link . Vergessen werden soll natürlich auch nicht der Schauspieler Brent Spiner, auf den die meisten der genannten Darstellungen auch eingehen und zu dem unter Lore noch einige spezielle Links angegeben sind.

Ans Herz legen möchte ich Ihnen aber gerne noch die Interviewgeschichte mit Data um Gefühle von Renate Bohac unter Link und die Diskussion mit ihm um KI und Bewusstsein unter Link von Michael Busch, die beide und auch nur beispielhaft zeigen, wie anregend die Figur Data und wie wichtig die damit verbundenen Fragestellungen für uns Menschen sind.

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