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WURMLOCH  
Wurmlöcher gibt es im Kompost und im Kosmos. Zumindest in der Fantasie und in der neuen Sprachmystik der Kosmologen. Denn das, was eigentlich nur von uns Normalbürgern an unverständlichen physikalischen und mathematischen Modellen als Möglichkeit und mitunter Wahrscheinlichkeit »entdeckt« wird (ist es wirklich da und nur verborgen, oder wird es erst durch unser Bewusstsein?), dringt durch solche Bilder oder Metaphern plötzlich zu uns vor: gleichsam durch ein Wurmloch oder einen Tunnel von der einen Welt (der hohen Wissenschaft) zur anderen (meiner Alltagsvorstellung), ohne dass ich den Berg der Formeln überwinden muss.

Damit ist eigentlich schon beschrieben, um was es beim Wurmloch geht: es ist eine Abkürzung. Und zwar eine durch die Raum-Zeit-Kausal-Welt bzw. die vier uns erkennbaren Dimensionen des Universums. Der Wurm im Kompost (am wahrscheinlichsten wohl Eisenia foetida, wie er sich selbst gebildet nennt; dazu Gelehriges unter Link und bebildert unter Link sowie zum bekannten Regenwurm Link ) kürzt vielleicht räumlich ab, weil er sich durch einen Erdklumpen gräbt, statt darüber zu kriechen. Dabei geht es ihm gewiss nicht um die Abkürzung, sondern um Futter und Mikroklima und Schutz.

Der Wurm im Kosmos kürzt nichts ab, weil es ihn nicht gibt, nur das imaginäre Loch durch die Raumzeit. Diese Raumzeit aber ist gekrümmt, und zwar extrem stark bei schwarzen Löchern.

Ein Wurmloch könnte nun als Sonderform eine Verbindung zwischen einem »Schwarzen Loch« (Link ) und einem (theoretisch noch) »Weißen Loch« sein (Link ). Dabei würde die Verbindung durch einen Raum-Zeit-Buckel oder eine –Falte in demselben Universum gehen, so dass es in eine andere Zeit oder unmittelbar an einen anderen Ort tunnelt oder sogar zwischen verschiedenen Universen. Einfach und verständlich ist dies unter Link , Link oder auch bei Rudy Rucker (Link ) nachzulesen, auf den ich mich Im Spiegel der Möglichkeiten beziehe.

Theoretisch sind Wurmlöcher möglich, was schon auf Einstein und Rosen zurück geht, so dass man auch von der Einstein-Rosen-Brücke spricht (dazu kurz im Minilexikon unter Link und in Volkers Kaleidoskop Link ). Doch seit aus dieser mikroskopischen Brücke durch den Vorschlag des Astrophysikers Kip Thorne (Link ; Anfang der achtziger Jahre als Effekt für eine SF-Story von Carl Sagan, dem Astronomen und populärwissenschaftlichen Autor Link ) das galaktische Wurmloch wurde (Link ), ist es aus der Sciencefiction nicht mehr wegzudenken (siehe etwa bei Oliver Dreissigacker unter Link ). So in der Serie »Star Trek«. Ich nenne nur das Bazan-Wurmloch (Link ) und verweise auf die meistens sehr fantasievollen Beschreibungen in der Wissenschaft des Star Trek-Universums: Link , opulente Bilder unter Link und eine sehr sachliche Darstellungen auf »Tchaeker´s Star Trek Seiten«: Link . Seit daraus ein intergalaktisches Wurmloch wurde, stieg es rückwirkend auch wieder zum Thema der Wissenschaft auf: Link oder Link . Auch sind Wurmlöcher ein Motiv in neuen halbwissenschaftlichen Weltentstehungsmythen: Der so genannte Urknall (siehe dort) könnte, so heißt es, der Auswurf eines riesigen Weißen Loches sein. Ja, es gibt sogar die »Quantenschaum-Theorie« (dazu: Link und Link ), die ebenfalls in Spiegelung eines Phänomens des Mikrokosmos in den Kosmos besagt, das Weltall sei von Wumlöchern tatsächlich so durchsetzt wie mein Kompost. Demzufolge sind Singularitäten das Gegenteil ihres Namens, nämlich ganz häufige Erscheinungen, und es gibt jede Menge offene Verbindungen zwischen Paralleluniversen. – Warum eigentlich nicht? Und übrigens: Mein Komposthaufen müsste mal wieder umgesetzt werden ...

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