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ALBERTUS MAGNUS  
Magnus heißt zwar groß und hat nichts mit Magier zu tun, dennoch haftet Albertus Magisches und Mysteriöses an. Und so berühmt er in seiner Zeit war, so vergessen war er zeitweilig als Gelehrter. Dabei ist Albertus Magnus gleichsam ein Scharnier zwischen den Zeiten: Er schmuggelte Rationalität und Wissenschaft – konkret die des Aristoteles – ins christliche (Nicht-) Denken des Mittelalters ein. Zumindest wird er Im Spiegel der Möglichkeiten als Schmuggler bezeichnet, ausführlich ins Romangeschehen eingewoben und mit dem imaginären Alberto aus »Sofies Welt« durch ein Möbiusband verbunden.

Was, das klingt etwas verwirrend und undurchsichtig? Dann ist es richtig, denn der gute Albertus, der mit seinem Schüler Thomas von Aquin ungeheuer wichtig für die Vorbereitung der Renaissance, der kopernikanischen Wende, aber auch für modernes Denken ist, soll etwas im geheimnisvollen Nebel bleiben. Darum empfehle ich Ihnen auf der Suche nach dieser Persönlichkeit mit dem virtuellen Besuch des Albertus-Magnus–Gymnasiums in Ettlingen zu beginnen – und zwar auf der Startseite: Link . Da sehen Sie ihn gleich im Willkommensbild und finden ihn doch nicht so leicht. Steckt er im Archiv? Gibt es eine Biografie unter »dies und das«, einen Hinweis im Geleitwort? Hilft die Funktion »Suchen«? Sie werden vermutlich schneller auf den kleinen »Albertus Mag Nuss« stoßen als auf den Großen Albertus. Und wenn, dann wundert es Sie womöglich, dass es ein Interview mit dem 1280 Verstorbenen gibt. Lesen Sie es, und finden Sie auch die umfangreichen Darstellungen seiner Person, seines sehr vielfältigen pädagogischen, theologischen, wissenschaftlichen und philosophischen Werks. Sie finden aber auch einige Sagen und Legenden und eigentlich alles, was dazu gehört. Nur weitere Links finden sie nicht (weil auch kaum mehr nötig), so dass ich doch noch ergänzen will (und ansonsten schweige und auf mein Buch verweise).

Erwartet hatte ich Infos beim Albertus-Gymnasium in der Geburtsstadt Lauingen Link , fand jedoch nichts. Ja, ja, der geheimnisvolle Albert! Aber auf der offiziellen Stadtseite dieses Allgäu-Städtchens an der Donau, dessen weltberühmter Sohn er ist, da wird sicher stark auf ihn verwiesen, schon um der Touristen willen. Dachte ich, suchte aber unter Link lange vergeblich. Dann, ganz versteckt, doch noch etwas. Wie und was, will ich für Forscher preisgeben: Man klicke auf »Über die Stadt«, dann »Geschichte«. Ganz am Ende des Textes, in dem er mit keinem einzigen Wort erwähnt wird!, gibt’s einen Klick auf »Zeittafel«. In der findet man in der Jahreszeile »um 1193« den Eintrag »Albertus Magnus wird in Lauingen geboren«. Auf den Namen des Heiligen kann man klicken und – siehe da – stößt auf eine kleine Biografie, ein Denkmalbild und wenige weiterführende Links. Und noch einen zweiten verschlungenen Weg gibt es: Über Touristeninformationen auf Sehenswürdigkeiten und dort auf das Standbild Alberts klicken. - Ja, ja, der geheimnisvolle Albert!

Immerhin hat er sein Denkmal vor dem Rathaus (siehe Stadtrundgang: Link ) und im Heimathaus eine kleine Ecke im Obergeschoss Link . Nun, die Lauinger sind Schwaben, wenn nun auch politisch zu Bayern zählend, und damit sparsam und bescheiden. Und wir wissen‘s ja längst: So manches war geheimnisvoll am alten Albert. Das begann schon mit seiner Geburt, die weder genau zu datieren noch hinsichtlich der Vaterschaft (der Sohn des Grafen von Bollstädt war er wohl nicht, wie immer wieder behauptet wird: Link oder Link ) eindeutig zu klären ist. Aber ich will ja auch nicht alles preisgeben.

Gehen wir doch dahin, wo die Schwaben eigentlich zu sein haben: nach Baden-Württemberg. Die älteste Stadt dieses Landes soll Rottweil sein (Arae Flaviae: Link , heutige Stadt: Link , Dominikanermuseum: Link und die bekannten Narren sollen auch nicht vergessen sein: Link ). Und das dortige Albertus-Magnus-Gymnasium bietet ganz unversteckt einen Klick auf den Namenspatron der Schule: Link . Man findet etwas Info und u.a. ein Bild seines Siegels. Bei der Studentenverbindung »Albertia« ist zudem ein Kupferstich mit Szenen aus seinem Leben zu sehen: Link . Sehr kompakt und chronologisch ist der Abriss dieses Lebens auf der Seite des Albert-Magnus-Gymnasiums in Köln Link , das schon deswegen nicht fehlen darf, weil Albert in Köln in erster Linie wirkte und (neben Paris) auch lehrte.

Er 1248 gründete dort das »Generalstudium« des Dominikanerordens, an dem dann auch sein Meisterschüler Thomas von Aquin lehrte sowie Meister Eckhart und Johannes Duns Scotus. Natürlich gibt es auf der Page der Kölner Dominikaner einiges zu Albert: Link . Diese Vorprägung trug sicher dazu bei, dass am 6. Januar 1389 die älteste von Bürgern gegründete Universität des Deutschen Reichs in Köln den Lehrbetrieb aufnehmen konnte, deren Rektorat bezeichnenderweise am Albertus-Magnus-Platz sitzt Link . Auch steht dort eine Plastik Link . Nicht in Köln, doch im benachbarten Bonn arbeitete das Albertus-Magnus-Institut Link , das allen weiterhelfen sollte, die vertiefend einsteigen wollen.

Was fand ich sonst noch: einen Abriss beim AMG in Friesoythe Link und im Philosophenlexikon Link , Einträge im Kirchenlexikon Link , im ökumenischen Heiligenlexikon Link und in der "Internetloge" einen Artikel über ihn als Lehrer der Dom-Baumeister Link . Ferner ein Fresko, das ihn am Pult zeigt Link und eine Gesichtsplastik im Deutschen Museum Link .

Dutzende von Kirchengemeinden, Schulen, Pfadfindergruppen, Wohnheimen usw. bieten zumeist nichts Neues, doch stößt man auf Albert bezeichnenderweise auch auf vielen Seiten der Alchimie und Astrologie, etwa im Lexikon Link , ebenso im Lexikon der Parapsychlogie Link und sogar in der Sagen-Sammlung der Gebrüder Grimm Link . Er soll neben anderen magischen Dingen sogar einen Golem geschaffen haben: Link . Daher wird er gelegentlich auch mit »Dr. Faustus« (siehe Goethe) gleichgesetzt.

Klar, dass er dadurch auch auf vielen esoterischen , okkultistischen und sagar satanischen Seiten angeführt wird. All das geht ursprünglich darauf zurück, dass man seine Wissenschaft nicht verstand und – hat man erst einmal ein Image -- ihn geradezu zum Magier machte (so titelt auch eine Magnus-Biografie von Rudolf Baumgar aus dem Jahr 1949, die aber nicht mehr im Handel ist, wohl aber: Link ). Als solcher taucht er immer wieder auch in ernsthafteren Schriften und Vorträgen auf (etwa: Link ) und sogar die Bildungssendung »Lernzeit« des WDR zu Albertus war übertitelt mit »Ein Heiliger als Magier« Link .

Auch hier in Ureda tritt er im "Magischen Zimmer" auf. Auch Im Spiegel der Möglichkeiten hat er sein Geheimnis und wird als Schmuggler und Magier bezeichnet: Doch gespiegelt. Denn er brachte es fertig, in eine aber- und naiv-gläubige, verdummte Welt wieder Logik, Vernunft und Wissenschaft hineinzuzaubern.


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