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MÖGLICHKEITSRAUM  
Eines ist unmöglich im Möglichkeitsraum: Ihn auf einem festgelegten Weg zu durchschreiten. Denn dieser Raum, der in meinem Roman mehrfach genannt wird (das erste Manuskript hieß »Reisen durch den Möglichkeitsraum«) ist der der Freiheit. Und Freiheit gibt es nicht ohne Zwang und der Zwang ist, sich selbst entscheiden zu müssen; immer und immer wieder neu zu entscheiden und zu wählen.

Der Möglichkeitsraum ist nicht das Gegenteil von Determinismus und auch nicht gleich Freiheit; denn er umschließt beides: Er lässt uns die Wahl im Rahmen dessen, was möglich ist. Das aber ist auch bestimmt teils zwanghafte Umstände. Vor allem aber trennen sich Möglichkeiten von Unmöglichkeit durch den bereits zurückgelegten Weg, durch die Geschichte.

Doch der Weg ist ein gewählter, aus jeder unserer Entscheidungen gegabelter, der erst den Möglichkeitsraum aufspannt. Denn der ist nicht da, um ihn zu begehen, sondern wird, weil wir gehen. Er ist Ausfaltung, ist Bewegung aus Wollen und Tun.

Der Möglichkeitsraum ist ein hoch komplexes, höchst dynamisches Gebilde und entsteht doch aus einfachster Verzweigung. Daher benutze ich im Buch auch gerne das Bild des Baumes. Doch es ist ein Baum, der trotz aller genetischen Prägung und trotz der Umweltbedingungen nicht wird, wie er werden muss, sondern wird wie er werden kann. - Im evolutionären Spiel von Zufall und Notwendigkeit, das sich mit der Evolution des Geistes zum Spiel von Freiheit und Notwendigkeit steigerte.


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