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GAIA  
Ganzheitliches Denken spielt Im Spiegel der Möglichkeiten eine wichtige Rolle. Es bot sich jedoch nicht an, James Lovelocks Hypothese, die ganze Erde sei ein (fast) lebendes Wesen, unmittelbar zu vertreten. (Zu Person: Link und Link ). Als Modell einer impliziten Ordnung (siehe unter diesem Stichwort) ist die Hypothese – speziell aus ökologischer Sicht – durchaus anregend, im Kontext des Romans aber nicht »exemplarisch« genug: Mir fehlt die grundsätzliche philosophische oder metaphysische Position. Ist doch der »Superorganismus« nichts prinzipiell anderes als die Anwendung des Ökosystemdenkens auf unseren Planeten als sich selbst organisierende und erhaltende Ganzheit. Ein Denken, das seit Alexander von Humboldt (dazu Link ) zur Grundlage ganzheitlicher Naturerkenntnis wurde. Das haben die geschäftstüchtigen Gurus Fritjof Capra, Paul Davies, James Lovelock und Rupert Sheldrake nicht erfunden, auch wenn sie es in einem gemeinsamen Werk, das deutlich weniger originell ist als die jeweiligen Hauptschriften, gut auf den Markt bringen:
Link Und eine kreative und aktive, gleichsam intelligente Natur beschreiben schon Aristoteles oder Goethe.

Damit soll von der Auseinandersetzung mit diesem 1972 erstmals publizierten Modell nicht abgeraten werden, im Gegenteil! Neben dem Hauptwerk von Lovelock (Link ), zu dem ich auf Link und Link verweise, kann man sich kurz unter Link , Link , Link sowie Link informieren. Mehr noch möchte ich auf Hartmut Böhmes Text »Gaia – Bilder der Erde von Hesiod bis James Lovelock« unter Link verweisen, der den Kontext herstellt. Spätestens wenn es um Zusammenhänge auch historischer Art geht, sollte man auch einmal an den mythischen Hintergrund denken: Gaia ist als Hervorbringerin und Trägerin aller Lebewesen die Allmutter und Urgottheit (Link ). Heute begegnet uns die Verkürzung und Wandlung dieses Namens ständig, ohne dass wir wohl noch wissen, woher er stammt: »Geo«.

Vielen bekannt ist die Zeitschrift dieses modernen Namens (Link ), wenigen aber wohl diejenige mit dem unverkürzten Namen (Link ), die ebenso empfehlenswert ist. Die Stiftung Gaia (Link ) vertritt einen Grundgedanken, den ich zweimal unterstreichen möchte: Nur ein umfassender Bewusstseinswandel kann unser Überleben ermöglichen. Daher geht es um »Förderung und Verbreitung des Wissens um die Entwicklung und Erweiterung des menschlichen Bewusstseins in Religion, Kultur, Wissenschaft und Kunst im Kontext der Evolution«.

Fördernd und verbreitend ist zweifellos die Musik, so dass ich auch auf ein Musical »Gaia« hinweisen möchte (Link ), sowie die moderne Kommunikationstechnik: Diesbezüglich der Verweis auf ein Projekt in Stuttgart (Link ). »Durch Ihre aktive Mitarbeit bei GAIA«, so heißt es auf dessen Page »wandeln Sie sich vom reinen Online-Konsumenten zum kritischen und selbstbewussten Selber-Macher«. Das passt zu Ureda und meiner Abenteuergeschichte vom Bewusstwerden via Internet. Und wenn in dieser Geschichte Data den Witz vom Planeten erzählt, der an Homo sapiens leidet, so ist dies doch ein indirekter Hinweis auf Lovelock. Der geht nämlich davon aus, dass der Mensch zwar Bestandteil der Natur ist, jedoch kein notwendiger. Er vertritt die These, dass der Planet Erde den Menschen, wenn dieser sich weiter wie ein Krankheitserreger aufführt, aus seinem Organismus vertreiben wird: Ohne Einsicht in grundlegende Zusammenhänge wird der Mensch nicht die Natur zerstören, sondern sich selbst.


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