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ORGAN  
Wenn man von Werkzeugen spricht, dann denkt man an Hammer, Schraubenzieher oder Bohrmaschine und nicht an Blutpumpen, Nahrungsaufbereiter oder Denkgeräte. Was sollen das für komische Werkzeuge sein?

Du kennst sie, jedoch unter anderen Namen: Herz, Magen und Gehirn. Das klingt nicht so technisch. Und wenn man „Werkzeug“ auf altgriechisch sagt, dann heißt es Organon und wir sind mitten in der Biologie.

Biologen und Mediziner nennen die Körperteile Organ, die eine bestimmte Aufgabe erfüllen. Es geht um Funktionen wie atmen, sehen, fühlen, denken, transportieren. Alle Organe zusammen, gleichsam der ganze Werkzeugkasten, bilden den Organismus.

Das klingt nicht nur technisch, es klingt auch einfach. Doch das Wesentliche ist ja nicht, dass es diese Organe – jedes für sich ein wahres Wunder – gibt, sondern dass alle aufeinander angestimmt sind und bestens zusammenarbeiten. Der Organismus, das lebende Ganze, ist viel mehr als ein Haufen Teile.

Das wissen wir ja auch von jedem Gerät. Zwei Räder, Pedale, Kette, ein Rahmen u.a. sind bekanntlich noch kein Fahrrad. Alles muss am richtigen Platz sein und abgestimmt ineinander greifen. Man nennt das System.

Viele Menschen haben über Jahrhunderte dafür gesorgt, dass es Fahrräder gibt. Durch nachdenken, probieren, basteln. Es fing einfach an, mit hölzernen Laufrädern. Es hat viele Versuche und Verbesserungen gebraucht, bis es Dein Mountenbike gab.

Sieht man sich das Prachtstück als fertiges Ganzes an, dann kann man natürlich darüber staunen, dass das so gut funktionierend da steht und – wenn man nichts von der Geschichte und den Zusammenhängen weiß oder wissen will – den „Erfinder“ preisen.

Mit den Organen ist es genau so. Man darf nicht von z.B. einem fertigen Auge ausgehen und auf einen einzelnen Erfinder schließen. Das tun nur Kurzsichtige.

Auch die Organe sind aus einfachsten Anfängen über unzählige Versuche mit Millionen Verbesserungen in Milliarden von Jahren entstanden. Ein erster wichtiger Zwischenschritt (keineswegs der Anfang) waren dabei die Organellen. Diese findet man in den Einzellern und damit auch in den einzelnen Körperzellen von uns Vielzellern. Solche Organellen sorgen z.B. für den Gastaustausch, die Energienutzung, die Vermehrung oder auch – als lichtempfindlicher Bereich – für die Orientierung. Während aus dieser Licht-Organelle nach und nach das „Sehwerkzeug“ Auge wurde, entwickelten sich aus ebenso einfachen Organellen, die Signale weitergaben, die Nervenzellen und später das Gehirn.

Dieses Denkwerkzeug können wir auch nutzen, um darüber nachzudenken, wie großartig das ist.


Anmerkung: Dies ist ein „Klickwort“ zum Hör-, Seh- und Klickbuch „Uri durch den Spiegel“ für Kinder von Karl-Josef Durwen. Hörproben und Downloads unter Link (Klickbuch) bzw. Link (Hörbuch)

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