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LUFT  
Wir brauchen sie zum Atmen, die Vögel und viele Insekten zum fliegen – die so scheinbar selbstverständliche Luft. Dass Luft ein Gas ist, weiß jedes Kind. Ebenso, dass sie den lebenswichtigen Sauerstoff enthält, der eingeatmet werden muss, damit die durch Nahrung aufgenommenen Energielieferanten in den Zellen verbrannt werden können. Etwa 21 % der Luft bestehen aus Sauerstoff.

Wahrscheinlich weiß man auch, dass rund 78 % dieses Gasgemischs Stickstoff sind. Addiert man diese beiden Anteile, so verbleibt nur ein Prozent. Dieses entfällt hauptsächlich auf Argon. Das ist ein Edelgas, das kaum mit anderen Stoffen reagiert und daher nahezu ohne Bedeutung ist.

Wer nachdenkt, der wundert sich. Denn wer Sauerstoff einatmet, der atmet Kohlendioxyd aus. Auch bei jedem Feuer, bei der Vorrottung der Pflanzen und nicht zuletzt durch die Verbrennung in Motoren wird CO2 (so die Schreibweise in der Kürzelsprache der Chemiker) in die Luft angegeben. Dieses Gas muss also auch in der Luft sein, die Prozentangaben können wohl nicht stimmen.

Tatsächlich enthält das Gemisch namens Luft an die zwanzig weitere Gase. Deren Anteile kann man aber nur angeben, wenn man mit einigen Stellen nach dem Komma rechnet und nicht – wie oben – mit ganzen Zahlen. Obwohl gewaltige Mengen Kohlendioxyd aus Auspuff und Schornstein kommen und wesentlich für den so genannten Treibhauseffekt und die zunehmende Erderwärmung verantwortlich sind, so geht es nur um Hundertstel und Tausendstel von Prozenten: Kohlendioxyd war vor etwa 100 Jahren zu 0,03 % und heute zu knapp 0,04 % in der Luft vertreten. Man sieht, dass sehr, sehr kleine Veränderungen größte Auswirkungen haben können – bis hin zum Hitzetod des Lebens auf der Erde.

Weiter besteht Luft aus den Edelgasen Neon, Helium, Argon, Radon u.a., wie auch aus weiteren „Treibhausgasen“.

Die ungeheure Menge am Wasser, die durch die Luft transportiert wird (andernfalls gäbe es keine Niederschläge, keine Flüsse und Seen, nur Meere, getrennt von wüstem Land) gehört nicht zur Luft im eigentlichen Sinne. Der Wasserdampf wird zusätzlich als Luftfeuchte angegeben. Diese schwankt stark; denn warme Luft kann mehr Wasser aufnehmen als kalte. Doch muss das Wasser auch vorhanden sein, sonst kann es nicht verdunsten. Ist die Luft dagegen mit Wasserdampf übersättigt, so kommt es zu Niederschlägen.

In den Tropen können in der „feuchten Luft“, also wenn man die Angaben auf das eigentliche Gasgemisch mit dem zusätzlichen Wasseranteil bezieht, 3 bis 4 Prozent Wasserdampf enthalten sein, in Wüstenregionen sind es oft unter 0,1 %. Mit der Höhe nimmt die Luftfeuchte ab (deswegen fliegen die Flugzeuge schon bald nach dem Start über den Wolken).

Auch viele andere Stoffe sind in der Luft, gehören aber nicht zu dem Gasgemisch selbst (so wie ja auch der Schwimmer im Wasser nicht Wasser ist). Es sind z.B. Staub- und Russteilchen oder Pollen.

Der wissenschaftliche Begriff für die Lufthülle ist „Atmosphäre“. Atmos ist das griechische Wort für Dampf oder Dunst, sphaira das für Kugel. Eine Atmosphäre besitzen viele Planeten. Doch es ist nur ein einziger Himmelskörper im Universum bekannt, dessen Atmosphäre höheres Leben erlaubt. Das ist der blaue Planet, der auf dem Wege dazu ist, ein grauer zu werden.


Anmerkung: Dies ist ein „Klickwort“ zum Hör-, Seh- und Klickbuch „Uri durch den Spiegel“ für Kinder von Karl-Josef Durwen. Hörproben und Downloads unter Link (Klickbuch) bzw. Link (Hörbuch)



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