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OHR und GEHÖR  
Man sagt schon mal „ich hau mich auf’s Ohr“, wenn man müde ist. Aber nicht, weil man sich durch für das Trommelfell gefährliche Schläge erfrischen will, sondern weil man sich zum Schlaf hinlegen möchte. Man schläft ja oft in seitlicher Lage auf einem Ohr. Statt zu sagen „ich gehe schlafen“, klingt es cooler, wenn man sich auf’s Ohr legt und dynamischer (trotz der Müdigkeit) wenn man sich auf dieses haut.

Nötig ist der Schlaf vielleicht, weil man sich die Nacht um die Ohren geschlagen hat, also nicht ins Bett ging. Vielleicht hatte man aber auch zu viel um die Ohren oder steckte bis über beide Ohren in Arbeit.

Kids, die die Erziehungsberechtigten ins Bett schicken wollen, sitzen dagegen oft auf ihren Ohren. Nicht, weil sie ihnen schon so lang gezogen wurden, sondern bildlich. Man könnte auch sagen: an einem Ohr rein, am anderen raus.

Diese und viele weitere Redewendungen (etwa: „halt die Ohren steif“, „jemanden einen Floh ins Ohr setzen“, „der hat es faustdick hinter den Ohren“) haben oft nur im übertragenen Sinne etwas mit dem Gehör zu tun, zeigen aber, wie wichtig hören ist.

Hören ist „die Sinneswahrnehmung von Schall durch Lebewesen“, wie es im Lexikon heißt. Physikalisch sind es Schwingungen, die die Hörorgane wahrnehmen.

„Hörorgane“ klingt geschwollen, aber nicht alle Tiere, die hören können, besitzen Ohren wie die Säugetiere. Viele Insekten haben z.B. haarartige Hörgebilde, viele Schmetterlingsarten besitzen Hörgruben am Leib, einige Eidechsen hören mit dem Brustkorb. Bei Schlangen liegt das Gehör innen, bei Heuschrecken sitzen die Ohren an den Beinen, bei Mücken an den Fühlern.

Bekanntlich ist das Hörvermögen sehr unterschiedlich. So hören die Fledertiere Wellen im Ultraschallbereich, ebenso Delfine und Hunde. Viele Tiere können mehr unterschiedliche Töne als wir hören (z.B. neben Hunden auch Katzen und viele Vögel, auch die Tauben, die keinesfalls taub sind). Hinsichtlich der Lautstärke hören Hunde und Katzen und viele andere Säugetieren sehr gut, vor allem Elefanten und wohl am meisten die Känguruhratte, die hundertfach besser hört als wir.

Wichtig ist es, Richtung und Entfernung der Töne zu bestimmen. Dafür braucht man zwei Ohren und hat Vorteile, wenn man den Schall durch Ohrmuscheln sammeln kann. Große und bewegliche Ohren, wie beim Haasen, sind besonders günstig.

Zum Schluss ein Tipp: Klar, man muss sich schon mal auf’s Ohr hauen, aber aufpassen, dass einen andere nicht über’s Ohr hauen.


Anmerkung: Dies ist ein „Klickwort“ zum Hör-, Seh- und Klickbuch „Uri durch den Spiegel“ für Kinder von Karl-Josef Durwen. Hörproben und Downloads unter Link (Klickbuch) bzw. Link (Hörbuch)


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