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| HERAKLIT | ||
| Bei Heraklit fließt bekanntlich alles, sodass man ihn zum Vater des Prozessdenkens machen kann. Doch das ist bei weitem nicht alles, was zum »dunklen« (wegen seiner mystischen Formulierungen und oft unklaren Bilder) Philosophen aus Ephesos (um 540 - 480 v.Chr.) zu sagen ist. Er sieht die Welt als Ganzes (hèn-pánta: das All-Eine) aus vereinten Gegensätzen und passt somit hervorragend in den Spiegel der Möglichkeiten, in dem selbst dieses göttliche Ganze erst im Prozess (Evolution) wird. Denn dieses Ganze ist kein Ding oder bleibender Zustand, vielmehr Geschehen. Heraklit meinte, alles tausche sich ständig untereinander aus, und die Extreme schlügen beim Erreichen in ihr Gegenteil um. Dieser Prozess der ununterbrochenen Wandlung der Dinge sei unaufhörlich – ein Bild, das mich an die taoistische Lehre und das Yin-Yang-Symbol denken lässt. Doch auch ein anders, ein dunkles, taucht auf: Das von Nietzsche, denn auch Heraklit brachte immer wieder die Verherrlichung des Kriegs zum Ausdruck (berühmt-berüchtigt ist die Formulierung vom Krieg als Vater aller Dinge) und die Verachtung der Menschen, der Religion und Demokratie. In diesen philosophischen Abenteuern wird er aber auch als wesentlicher Sucher des Prinzips allen Seins und Begründer der Logik genannt. Logik ist zunächst für Heraklit die Ur- oder Weltvernunft, die sich in der geschilderten Ordnung dieses Weltganzen zeigt. Sie ist natürlich und notwendig und das »Gesetz des Maßes«. Alle Dinge fügen sich dieser Ordnung, und der Mensch – in einer Sonderstellung – besitzt die Fähigkeit, diesen natürlichen Lógos zu erkennen und zur eigenen Logik, dem lógos, zu machen (klein geschrieben: nach Rainer Gross auf der hervorragenden Page Dies ist ein fundamentaler Gedanke, ein noch immer aktueller Ansatz der Erkenntnistheorie und wohl eine starke Wurzel für Platon und Descartes. Doch wenn Heraklit schreibt: »Dem Gott ist alles schön und gut und gerecht; die Menschen aber haben das eine als ungerecht, das andere als gerecht angesetzt«, so ist das eine hochinteressante ethische Aussage zum Umgang mit dem logos, die nun wirklich nicht den Absolutheitsanspruch der Idealisten von Platon bis Kant besitzt: Das Gute ist nicht a priori und absolut. Oft wird dieser interessante Denker in fälschlicher Vereinfachung als Philosoph des Werdens ( Zur Person des Heraklit und seiner Lehre findet man natürlich in allen Geschichten der Philosophie und speziell zu den Vorsokratikern einiges im Buchhandel, doch auch gute Links im Internet. Besonders herausheben möchte ich die schon zitierte Page »AREOPAG – Die Welt hat ein Geheimnis!« von Rainer Gross ( |
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