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| ERSCHÖPFUNG | ||
| Wenn man lange Wasser aus einem Fass schöpft, dann ist irgendwann nicht nur der Wasservorrat erschöpft, sondern auch man selbst. Es fehlt an Wasser und an Kraft, wenig bis nichts ist mehr da. Erschafft dagegen ein Schöpfer ein Kunstwerk, gar ein Gott ein Universum (ohne dass dabei echte Götter müde werden), dann ist durch schöpfen Neues und Großartiges entstanden. Erschöpfen kann also „erschaffen“ bedeuten oder auch nahezu das Gegenteil: restlos aufbrauchen. Die Erklärung für diesen scheinbaren Widerspruch liegt in der ursprünglichen Bedeutung des Schöpfens oder Schaffens. Mit dem – heute vor allem schwäbischen – Schaffen bringt man neue Dinge hervor. Zum Beispiel aus Holz geschnitzte Männchen (das soll angeblich die ursprünglich Bedeutung des Wort gewesen sein) oder Löffel. Mit dem Löffel schöpft man heraus und letztlich aus; oft bis zur Neige (man muss das Gefäß neigen, um die Reste an einer Stelle zu sammeln). Klar, dass das selbst göttliche Geschöpfe ganz schön schafft. Um wieder munter zu werden ist es gut, noch einen ordentlichen Löffel aus dem Weinfass schöpfen zu können. Das ist dann der auf das gleiche Wort zurückgehende Schoppen (das ist schwäbisch und hat nichts mit der Wortschöpfung "shoppen" zu tun, einer Tätigkeit, die nur den Geldbeutel erschöpft). Dies ist ein Klickwort zum Hör-, Seh- und Klickbuch „Uri durch den Spiegel“ von Karl-Josef Durwen. Hörproben und Downloads unter Link (Klickbuch) bzw. Link (Hörbuch) |
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