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| REICH-RANICKI, Marcel | ||
| Reich-Ranicki tritt Im Spiegel der Möglichkeiten als Träger einer Fußnote auf und in der Rolle, die er nun mal mit seinem kritischen Geist zu verkörpern hat: als Literaturpapst. Es heißt dort: »Besagter Herr ist, wie inzwischen auch denen verraten wurde, die es tatsächlich nicht wussten, einer derjenigen, die darüber entscheiden, ob ein Buch gut oder schlecht ist, also den literarischen Möglichkeitsraum kontrollieren. Sie können das, weil es ihnen selbst nie gelungen ist, einen erfolgreichen Roman zu verfassen.x) Sie wissen also bestens, wie man es nicht machen darf (Realität) und wie es sein müsste (Möglichkeit). Kritiker beschränken den literarischen Zufall durch formale Notwendigkeit. – Siri, die dem Zufall nicht ausgeliefert sein will und am Wissen und der Gewissheit zweifelt, doch nicht verzweifeln will, braucht eine solch äußere und kontrollierende Instanz. Sie glaubt daran. x) Subfußnote: Der medienwirksame Guru hat zwei Jahre nach Niederschrift dieser Fußnote erfolgreich ein Buch veröffentlicht. Schlauerweise seine Biografie, denn im eigenen Dasein ist jeder die unanfechtbare Autorität und läuft nicht Gefahr, dass ein anderer es besser weiß.« Der viel versprechende |
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