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| DITFURTH, Hoimar von | ||
| hat ganz wesentlich meine Interessen an Kosmologie, Evolution, Erkenntnistheorie und letztlich Metaphysik geweckt. Deshalb fehlt sein Name nicht im Reigen der »Katalysatoren«, die im Spiegel der Möglichkeiten den Verschmelzungsprozess der Antworten fördern. »Im Anfang war der Wasserstoff« (eine Zusammenfassung findet sich bei Peter Möller unter Auch die noch recht neuen »Dimensionen des Lebens« faszinierten mich weniger, so anregend sie auch waren, da es sich »nur« um eine Sammlung von Querschnitt-Themen handelte. Doch was sich da als subjektive Ernüchterung kundtat, war doch eigentlich schon Prägung: Das Gesamtbild faszinierte mich, nicht mehr so sehr das Einzelne. Und Ditfurth hat ein großes Gemälde geschaffen und mir neue Dimensionen geöffnet. Insofern fiel »Der Geist nicht vom Himmel« (dazu: In »Erwins Bücherecke« heißt es unter Als Ditfurth 1985 ein Buch »all den vielen, den allzuvielen Menschen« widmete, »die es noch immer nicht wahr haben wollen«, fühlte ich mich nicht angesprochen, denn mich musste er nicht mehr zum Pazifisten machen und auch nicht zum Umweltschützer. Doch die Art, mit dem Thema umzugehen, beeindruckte mich erneut und kommt im Buchtitel schön zum Ausdruck: »So laßt uns denn ein Apfelbäumchen pflanzen – Es ist soweit«. - Es ist wie die Antwort, die er einmal in einem Interview auf die Frage fand, ob es denn nicht zu spät und hoffnungslos sei: »Wenn wir die Veränderung wagen, können wir verlieren, wenn wir es nicht wagen, haben wir schon verloren.« Zwei Jahre später erschien eine Sammlung von Reportagen, Vorträgen und Aufsätzen unter dem erneut beziehungsreichen Titel »Unbegreifliche Realität« und dem noch beziehungsreicheren Untertitel: »... eines Menschen, der das Staunen nicht verlernt hat«. Darin staunt er über das menschliche Selbstverständnis, das Leib-Seele-Problem, Giordano Bruno, die Evolution und vieles mehr und schreibt auch (vgl. auch die besuchenswerte Page von Gerald Plewa unter Hoimar von Ditfurth selbst suchte – konsequent wie er war – zuletzt in sich selbst. Am Beispiel der eigenen Biografie untersucht er das Selbstverständnis des Menschen, schlägt wieder den Bogen vom Anfang im (eigenen) Nichts bis in die Zukunft, überschreitet die Grenzen von Naturwissenschaft hier, Geisteswissenschaft dort, von Objektivität und Individualität, erschreckt und tröstet zugleich. Alles, was man über diesen großen Mann wissen will (oder soll), kann diesen Veröffentlichungen entnommen werden. Dennoch sei ein Link auf eine Kurzbiografie bei Leopold Weißenböck gegeben Für Eilige und Faktensucher sei nur dies gesagt: Hoimar von Ditfurth wurde am 15.10.1921 in Berlin geboren, lehrte als Professor der Psychiatrie und Neurologie in Würzburg und Heidelberg. Er verzichtete auf die Position eines Geschäftsführers beim Boehringer-Konzern und war statt dessen seit 1969 als freier Wissenschaftspublizist tätig (u.a. Fernsehserie »Querschnitte«). Ditfurth erhielt mehrere Auszeichnungen, darunter 1978 der Kalinga-Preis für die Popularisierung der Naturwissenschaften der UNESCO, und starb am 1.11.1989 in Freiburg. Ein Preis trägt auch seinen Namen: der von der Deutschen Umwelthilfe gestiftete Hoimar-von-Ditfurth-Preis für die beste journalistische Darstellung ökologischer Probleme für Kinder und Jugendliche. – Ich bin sicher, das hätte ihn mehr gefreut als die eigenen Auszeichnungen. Denn trotz allem setzte er auf die Jugend und war, wie etwa auch der Umweltethiker Hans Jonas, keineswegs ein Kulturfeind. Das sagen nur die, die unfähig sind, die »nächste Schwelle der Menschwerdung« zu ersteigen, wie Ditfurth es einmal nannte: die Herausforderungen der Zukunft auch durch Unterlassen zu bestehen, nicht durch Machen um der Machbarkeit willen. |
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