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| MAßE und GEWICHTE | ||
| Schon beim Maß »Elle« haben wir bemerkt, dass es gar nicht so leicht ist Maß zu halten. Auch beim Gewicht nicht. Leichter ist oder war es, skrupellos auf großen Fuß zu leben (wie wir dort lesen können). Dabei sind wir heute gut dran, denn ein großer Teil der Menschen (abgesehen von Engländern, Amerikanern und anderen Sonderlingen) hat sich auf einheitliche Maße wie das Meter und einheitliche Gewichte, wie das Kilogramm und das so genannte metrische System geeinigt (also Teile bzw. Vielfache mit dem Faktor Zehn, wie ein Zentimeter entspricht 10 Millimeter). Das ist sehr praktisch. Denn wenn man nicht mehr wie vor langer Zeit persönlich mit dem eigenen Augenmaß vor Ort beurteilt, sondern über das Internet bestellt, dann könnte einem sonst das Folgende passieren: Man misst mit einem Zollstock (interessanter Weise hat dieser Begriff überlebt, obwohl der Stock heute Meter misst) z.B. in Hannover 20,5 Zoll für ein Schränkchen ab (ca. 50 cm). Man bestellt aber dummerweise bei einem Berliner. Der liefert das Schränkchen, das leider nicht passt. Denn nach unserem heutigen Normmaß ist es knapp 54 cm breit. Der Verkäufer hat aber exakt 20,5 Zoll ausgemessen. Nur eben nicht hannoversche Zoll, sondern preußische, die etwas größer waren. Erst seit 1872 gibt es einheitliche Maße und Gewichte in Deutschland. Irgendwie musste es zuvor aber auch funktionieren; mit Fingern, Handbreit, Zoll und Ellen, mit Füßen und Linien, mit Spannen und Ruten, mit Meilen und Skrupeln, mit Unzen und Gran, mit Quentchen, Lot und Pfund. Die Globalisierung war noch so weit weg! Dafür schien die Bahn schneller zu sein als heute. Denn wenn man es geschickt anstellte, dann konnte man früher ankommen als abfahren. Kein Zeitsprung und keine Science-Fiction, sondern Kleinstaaterei mit jeweils eigener Zeit: 1893, also rund 20 Jahre nach der Vereinheitlichung der Maße und Gewichte wurde auch eine Einheitszeit in Deutschland eingeführt. Anmerkung: Dies ist ein „Klickwort“ zum Hör-, Seh- und Klickbuch „Uri durch den Spiegel“ für Kinder von Karl-Josef Durwen. Hörproben und Downloads unter Link (Klickbuch) bzw. Link (Hörbuch) |
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