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| SPINNWEBEN und SPINNENNETZE | ||
| In der Wohnung schätzt man sie nicht, obwohl sie oft wahre Kunstwerke sind, die Spinnweben. Halt, nein, falsch!: Nicht die Weben sind Kunstwerke, die Netze. Denn so fein die Fäden sind, so fein sind manchmal auch die sprachlichen Unterscheidungen: Spinnweben sind Reste der Spinnennetze. Deshalb findet man selbst in einem gepflegten Raum schon einmal ein kunstvolles Spinnennetz, denn die sind schnell gewebt, jedoch keine Spinnweben. Die Spinnweben entstehen nämlich nur dort, wo Spinnen über längere Zeit ihre Netze spinnen konnten, die dann zerrissen und zu Staubfängern statt zu Insektenfängern wurden. Denn zum Insektenfang dienen sie ja, die Netze der Webspinnen, die Meisterwerke aus Spinnseide. Die Seide – eine Eiweißmolekülkette, also aus Aminosäuren bestehend – wird in Spinndrüsen produziert, über Spinnwarzen mit Spinnspulen ausgeschieden und kunstvoll verwebt. Schon die Seide ist ein technisches Superding: hochelastisch und sehr zugfest, dabei hundertmal belastbarer als Stahl und bis zum Vierzigfachen der Länge dehnbar. Denn wenn eine Fliege in solch ein Netz braust, dann ist das weit mehr als der Schuss eines Stürmers ins Tornetz; eher der Einschlag eines Jumbojets. Dann ist der Faden auch noch wasserfest, antibakteriell, biologisch abbaubar und noch in vielerlei Hinsicht ein Produkt, das kein Hightech-Unternehmen herzustellen vermag. Doch keine Spinne hat bisher ein Patent angemeldet und produziert die Fäden auch noch je nach bautechnischem Bedarf mal dicker und mal dünner, verknüpft sie in Rekordzeit in exakter Geometrie und dabei sogar nach Arbeitsschutzvorschriften; denn sie trägt immer eine Sicherheitsleine. Die nutzen auch die nicht Netze bauenden Spinnen, um sich z.B. schnell abzuseilen, wenn der Hausmann mit dem Besen kommt. Anmerkung: Dies ist ein „Klickwort“ zum Hör-, Seh- und Klickbuch „Uri durch den Spiegel“ für Kinder von Karl-Josef Durwen. Hörproben und Downloads unter Link (Klickbuch) bzw. Link (Hörbuch) |
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