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| EXTROPIER | ||
| tauchen Im Spiegel der Möglichkeiten als Gruppe auf, die der Verschmelzung der Natur mit mechano-elektronischen Produkten anhängt, ihren Namen aus dem Gegensatz zur Entropie ableitet und davon ausgeht, dass das Universum offen ist und grenzenloses Wachstum die Notwendigkeit schlechthin sei: Jede Einschränkung sei ein Frevel an der richtig verstandenen Evolution, welche die unvollkommene Natur zu überwinden habe. Was machbar sei, müsse gemacht werden. Das biologisch Instabile sei zu verbessern, jede Beschränkung in Wirtschaft, Technik und Gesellschaft unnatürlich und aufzubrechen. Sie merken, die Extropier gibt es längst und zuhauf, auch wenn nur relativ wenige sich bisher so bezeichnen. Sie sind keine Erfindung. Der Link auf die von der Suchmaschine gefundene Seite »1. Kontinuierlicher Fortschritt 2. Selbstverbesserung 3. Aktiver Optimismus 4. Intelligente Technologie 5. Offene Gesellschaft 6. Selbstbestimmung 7. Rationalität Was erkennen Sie, wenn die erste Begeisterung wieder zur geforderten Rationalität führt?: grenzenlose Selbstausweitung, denn die Extropier trachten nach der Beseitigung aller Hindernisse; aggressive Selbstmordmentalität, da Prüfen und Abwarten verboten sind und Optimismus zum Zwang wird; Ablösung jeder Kontrolle und letztlich der staatlichen und demokratischen Ordnungsformen; Herrschaft einer wissenschaftlichen Rationalität, in der Laplace zum Mauerblümchen wird. So ruft der Gründer des Extropy-Institute, Max More, in die Welt hinaus: »Kein Geheimnis ist heilig, keine Grenzen existieren. Kein Unbekanntes kann sich dem erfinderischen menschlichen Verstand verbergen. Laßt uns unsere alten Formen sprengen! Hinweg mit unserer Unwissenheit, unserer Schwäche und unserer Sterblichkeit. Die Zukunft gehört uns!« Damit müsste es eigentlich genug sein, doch will auch ich weiter die Grenzen Ihrer möglichen Unwissenheit sprengen und dabei (halbwegs) sachlich bleiben: Definiert wird Extropie als das Ausmaß an Intelligenz, Information, Ordnung, Lebenskraft und Optimierungspotenzial eines Systems. Die Extropianer sind folglich diejenigen, die danach streben, Extropie zu vermehren. Sie bekennen sich dabei zur so genannten transhumanistischen Philosophie. Auch dazu das Originalzitat: »Der Transhumanismus ist die Fortführung des Humanismus mit dem Ziel, die menschlichen Grenzen sowohl mit Hilfe von Wissenschaft und Technik als auch durch kritisches und kreatives Denken zu überwinden. Wir sind überzeugt, daß Altern und Tod vermeidbar sind. Wir streben nach ständiger Verbesserung unserer geistigen und körperlichen Fähigkeiten und möchten unsere emotionale Entwicklung vorantreiben. Für uns stellt die Menschheit nur ein Übergangsstadium im Prozess der Evolution von Intelligenz dar und wir befürworten den Einsatz von Technik, um unseren Übergang vom menschlichen zum transhumanen oder posthumanen Zustand zu beschleunigen.« Auch für mich ist die Menschheit nur ein Übergangsstadium im Prozess der Evolution, doch wollen die Extropier offensichtlich die Evolution selbst in die Hand nehmen, sich einerseits möglichst schnell selbst überwinden (was bisher nicht unbedingt ein Evolutionsprinzip war) und dabei zugleich unsterblich machen: Als was? Wohl als Cyborg oder Borg wie in den philosophischen Abenteuern, als Homo s@piens oder – besser noch – als Maschine? Es scheint so, denn diese radikale Utopie des amerikanischen High-Tech-Untergrunds unterstellt, dass der Mensch im Gegensatz zur Maschine fehlerhaft sei und durch künstliche Eingriffe, so weit es geht, optimiert werden müsse: Implantate aller Art, speziell der Nanotechnologie, doch auch Drogen und künstliche Gehirne gehören dazu. So liest man etwa: »Wir geben uns mit den vielen Unzulänglichkeiten menschlicher Existenz nicht zufrieden und sind entschlossen, die natürlichen und bis jetzt widerspruchslos akzeptierten Grenzen unserer Möglichkeiten zu überschreiten. Wir befürworten den Einsatz von Wissenschaft und Technik, um die Beschränkungen unserer Lebensdauer und Intelligenz sowie unserer individuellen Lebenskraft und Freiheit aufzuheben.« Wie absurd sind – wenn ein Mensch seine Lebensdauer maximieren will und sich noch als Mensch bezeichnet – Sätze wie: »Wir wollen die biologischen und psychologischen Grenzen des Menschen überwinden« oder »Von Humanisten unterscheiden wir uns durch die Bereitschaft, die menschliche Natur zur Erreichung dieser Ziele in ihrem Kern zu verändern. Wir wollen die traditionellen, biologischen, genetischen und intellektuellen Grenzen, die unseren Fortschritt einschränken, überschreiten.« Zugleich aber wollen sie ihre emotionalen Fähigkeiten steigern! Selbstredend haben sie auch ihre eigene, einzig vom Egoismus geprägte Ethik, billigen aber zu: »Andere Menschen sind uns wichtig: Wir sind uns der Gefahren bewusst, die damit verbunden sind, über andere zu bestimmen ... Einige von uns beschäftigen sich intensiv damit, andere auszubilden und sie zu verbessern; dies geschieht aber nur auf freiwilliger Basis unter Achtung der Urteilskraft, der Selbstbestimmtheit und der Würde der anderen.« Freiwilligkeit, ja Beliebigkeit soll auch zum gesellschaftlichen Fundament mit Klubmentalität werden: »In einer offenen Gesellschaft können sich Einzelne auf freiwilliger Basis entscheiden, sich selbst restriktiveren Gruppierungen unterzuordnen in der Gestalt von Klubs, Privatvereinigungen oder Gesellschaften. Strikter organisierte soziale Strukturen dürfen existieren, solange es jedem frei steht, sie wieder zu verlassen.« Ist bei Borgs und Maschinen ein Begriff wie »soziale Strukturen« überhaupt noch angebracht? Wer noch immer nicht genug hat, der vergleiche z.B. die Arbeiten des 1991 gegründeten »Extropy Institute« |
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