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VERSTAND und VERSTEHEN  
Der Verstand ist das Vermögen zu denken. Er unterscheidet sich dadurch von der Erfahrung, die sinnlicher Art ist, und von der Vernunft, dem übergeordneten Erkenntnisvermögen. Der Verstand steht gleichsam dazwischen: Das, was die Sinne erfassen, wird vom Verstand verarbeitet, geordnet und in Begriffe gefasst. Die Vernunft verknüpft und erschließt die Prinzipien, die „Ideen“, den großen Zusammenhang, vielleicht die Grundwahrheiten.

Wenn wir etwas verstehen, dann ist das mehr als nur begreifen. Der Verstand ist die Voraussetzung für das Begreifen, weil es um das ordnende und abstrahierende Denken geht, jedoch auch ein zusätzlicher Schritt der Erkenntnis. Etwa das Erkennen von Ursachen, Wirkungen und Prinzipien, das Übertragen auf andere Fälle, das Erkennen eines Sinns.

So kann man etwa die Bedienung eines Gerätes begreifen und diese sinnvoll nutzen, aber ohne „technischen Verstand“ eben nicht verstehen: Warum das so ist, wie das funktioniert, das bleibt schleierhaft.

Ich begreife (im Sinne von lernen und anwenden) zum Beispiel, dass man nach der neuen Rechtschreibung Schritttempo mit drei t schreibt, Drittel aber weiterhin mit zweien. Aber ich verstehe es nicht: Denn man schreibt doch den dritten Mann schon mit zwei t und das –tel, wie im Viertel, auch mit einem. Wieso ist ausgerechnet bei der Drei 2 + 1 nicht 3?


Anmerkung: Dies ist ein „Klickwort“ zum Hör-, Seh- und Klickbuch „Uri durch den Spiegel“ von Karl-Josef Durwen. Hörproben und Downloads unter Link (Klickbuch) bzw. Link (Hörbuch)


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