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| WISSEN | ||
| „Ich weiß, dass ich nichts weiß“, ist ein berühmter Ausspruch des Philosophen Sokrates. Woher will er das wissen? Was ist Wissen? Wissen ist, so sagt man allgemein, gespeicherte Information. Weiß man jetzt mehr? Erst wenn man wiederum weiß, was Information ist und auch noch etwas vom Speicher namens Gedächtnis erfahren hat. Über beides kann man sich hier per Klick informieren – gewusst wie und wo! Wissen ist aber mehr als gespeicherte Information. Denn wenn einen zum Beispiel der Lehrer in der Schule abfragt, dann ruft man Erinnerungen aus dem Gedächtnis ab. Dennoch kann es sein, dass der Lehrer „grottenfalsch!“ ausruft. Wissen hat nämlich mit „richtig“ zu tun, mit Wahrheit. Es ist nicht nur Meinung. Das was man da in der Schule zum Besten gab, war aber vielleicht das, was man für eine zutreffende Antwort hielt. Doch das meinte man nur und lag daneben. Man kann sagen, dass Daten, Informationen, Wissen und zuletzt Weisheit eine aufsteigende Reihe bilden: Daten sind z.B. bestimmte Messgrößen. Sagen wir, dass sich die mittlere Jahrestemperatur der Erde um ein halbes Grad Celsius in den letzten 20 Jahren erhöht hat. Das bleibt ein Datum, auch wenn es dich nicht interessiert. Eine Information ist es, wenn du wissen willst, ob sich die Temperatur erhöht hat, nachgefragt und die Antwort erhalten hast. Denn nun bist du schlauer geworden, bist informiert. Die Information ist nun in dir, wird zum Teil deines Bewusstseins. Du erkennst beispielsweise Zusammenhänge zwischen Treibhausgasen und Klima. Du besitzt nunmehr Wissen. Weisheit (siehe dort) wäre es, nun auch zu erkennen, dass man eine zur Katastrophe führende Entwicklung nicht noch verstärken, sondern stoppen muss. Weisheit ist nicht nur Kenntnis, sondern Erkenntnis. Aus ihr folgt die entsprechende Grundeinstellung und Handlung. Da dies, bezogen auf das Beispiel, nur halbherzig geschieht, wird klar, dass Wissen allein noch lange nicht ausreicht. Man muss auch selbst nachdenken und das Wissen einsetzen. Dabei kann es einem dann so ergehen wie Sokrates, der erkennt, dass es kein absolut sicheres Wissen gibt. Doch deswegen verzweifelt Sokrates nicht. Er folgert im Gegenteil, dass man erstens offen „wie ein leerer Krug“ für Neues sein muss (sonst besitzt man Halbwissen und Vorurteile), zweitens immer wieder neu nachdenken und –fragen muss, und drittens, dass man mit bestem Wissen und Gewissen die vernünftige Lösung finden kann und dann auch danach zu handeln hat. Für diese Überzeugung ging er sogar in den Tod. Sokrates war weise, denn er verarbeitete sein Wissen, zog Erkenntnisse daraus und handelte danach. Was ist mit uns und unseren Politikern? Anmerkung: Dies ist ein „Klickwort“ zum Hör-, Seh- und Klickbuch „Uri durch den Spiegel“ von Karl-Josef Durwen. Hörproben und Downloads unter Link (Klickbuch) bzw. Link (Hörbuch) |
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