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ZELLE  
Es ist gar nicht so selten, dass 100 Billionen Zellen in einer Zelle sitzen. Denn ein Mensch besteht aus ca. 100.000.000.000.000 Zellen. Wenn er aber „einsitzt“, dann muss er mit all diesen Zellen in einer vergitterten hausen. Das lateinische Wort cellula – die „kleine Kammer“ – wird ja nicht nur für die biologische Zelle verwendet. Doch um diese geht es hier.

Die Zelle ist die kleinste eigenständige Einheit des Lebens. Jede ist, um es in moderner Form zu sagen, ein eigenständiges, sich selbst erhaltendes und reproduzierendes System. Etwas einfacher ausgedrückt: Die Zelle ist in der Lage, unmittelbar Energie zu nutzen bzw. Nährstoffe aufzunehmen und diese in Energie umzuwandeln. Sie kann mit diesen Stoffen und der Energie sich selbst aufbauen, umbauen und reparieren. Sie steht im Austausch mit ihrer Umwelt, weiß etwas von ihr (Reize) und reagiert darauf (z.B. Bewegung). Nicht zuletzt kann sie sich durch Teilung vermehren, gleichsam eine Kopie von sich selbst machen oder – richtiger – zu zwei identischen Wesen werden.

Es gibt seit Anbeginn des Lebens die Einzeller. Im Laufe der Weiterentwicklung kam es zum Zusammenschluss von Zellen. Bei diesen Vielzellern sind die (meisten) Zellen nicht mehr alleine lebensfähig, weil sie einige Eigenschaften aufgegeben und sich auf andere spezialisiert haben. Ein solcher Verbund hat große Vorteile. Der menschliche Körper besteht beispielsweise aus rund 220 verschiedenen Zelltypen.

Jedes eigenständige Wesen ist abgegrenzt, doch gegen die Umwelt offen, um Stoffe, Energie und Information auszutauschen. Die tierischen Zellen sind von einer dünnen Zellmembran, gewissermaßen einem dünnen Häutchen, begrenzt. Pflanzliche Zellen, aber auch Bakterien und Pilze, besitzen dickere Wände. Das Innere der Zellen besteht vor allem aus Eiweiß (Proteinen). Darin eingebettet sind die Organellen ("kleine Organe") und der Zellkern (der bei Bakterien fehlt). Dieser ist gewissermaßen die Steuerzentrale und enthält auch die Erbinformation.

Übrigens – um auf die Einleitung zurück zu kommen – kamen die aus organischen Stoffen gebauten Zellen sehr viel später zu ihrem Namen als die aus Stein gebauten. Denn erst mit dem Mikroskop konnten diese Grundeinheiten des Lebens erkannt werden. Das geschah zuerst mit den relativ großen Pflanzenzellen mit ihren dicken Wänden aus – na was? – bezeichnenderweise Zellulose oder „Zellstoff“. Diese viereckigen und mit Wänden umschlossenen Gebilde im Innern der Pflanzen erinnerten die ersten Betrachter an die kleinen Kammern der Mönche, die cellula. Der Zellstoff ist die häufigste organische Verbindung überhaupt, etwa im Holz und auch der Stoff, den wir als Papier beschreiben.

Hätte man gleich bessere Mikroskope gehabt und zuerst Tierzellen untersucht, die viel runder sind und nur dünne Membranen besitzen, so hießen die Zellen vermutlich Blasen.


Anmerkung: Dies ist ein „Klickwort“ zum Hör-, Seh- und Klickbuch „Uri durch den Spiegel“ für Kinder von Karl-Josef Durwen. Hörproben und Downloads unter Link (Klickbuch) bzw. Link (Hörbuch)


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