{"id":2767,"date":"2019-02-07T14:15:19","date_gmt":"2019-02-07T13:15:19","guid":{"rendered":"http:\/\/2018.ureda.de\/?page_id=2767"},"modified":"2019-02-07T14:27:37","modified_gmt":"2019-02-07T13:27:37","slug":"auszug-aus-kapitel-am-rubikon","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.ureda.de\/?page_id=2767","title":{"rendered":"Auszug aus Kapitel &#8222;Am Rubikon&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p>\u00bbDas ist vollendeter Quatsch!\u00ab, konterte Anele. \u00bbWir werden kaum zu einer Art seelischem Erbgut eines alten Griechen geh\u00f6ren. Und Galilei, Bruno und Genossen sind l\u00e4ngst vermodert. Geschichte ist Geschichte, es gibt kein Zur\u00fcck!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Die \u00c4ltere gab nicht nach: \u00bbSeele und Geist vermodern nicht, Gedanken k\u00f6nnen erneuert werden.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbGedanken ja, Fakten nicht. Bleib auf dem Teppich! Auch wenn Entscheidungen zuf\u00e4llig sein m\u00f6gen, so sind doch deren Folgen unwiderruflich. Aus verschiedenen M\u00f6glichkeiten wird immer genau eine Wirklichkeit. Wenn die W\u00fcrfel gefallen sind, ist das Ergebnis Realit\u00e4t. Basta! Genau das besagt Caesars Ausspruch am Rubikon: es gibt kein Zur\u00fcck!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbDem widerspreche ich ja nicht. Doch es hei\u00dft, der Rubikon-Effekt soll ausgehebelt werden. Also ist der Trick dessen \u00dcberwindung\u00ab, trumpfte Siri auf. \u00bbDenk daran, dass in der Warnung steht, wir seien Steinchen, die er in den Strom werfen will. Die w\u00e4ren m\u00e4chtiger als Schmetterlingsfl\u00fcgel<\/p>\n\n\n\n<p>Das ist, wie ich herausgefunden habe, eine Anspielung auf die sogenannte Chaostheorie. Das Bild besagt, dass kleinste Ursachen gr\u00f6\u00dfte Wirkungen haben k\u00f6nnen. Letztlich kann ein Sturm vom Fl\u00fcgelschlag eines Schmetterlings ausgel\u00f6st sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Welt s\u00e4he doch ganz anders aus, wenn nicht immer wieder dieser oder jener winzige Zufall die Geschichte bestimmt h\u00e4tte: Das verlorene Hufeisen, das den Boten zu sp\u00e4t kommen l\u00e4sst, um die Schlacht zu verhindern, der M\u00fcckenstich, der den Eroberer t\u00f6dlich infiziert, die St\u00f6rung, die den Diktator vor der Bombe rettet. Immer wieder entscheidet sich Geschichte an einer Winzigkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbKlar k\u00f6nnen bedeutende Ergebnisse aus kleinsten Zuf\u00e4llen entstehen. Doch mit keinem Trick und keiner Technik ist Geschehenes ungeschehen zu machen\u00ab, schrie Anele schon beinahe.<\/p>\n\n\n\n<p>Das d\u00e4mpfte den \u00dcberschwang ihrer Schwester, die erstaunlich ruhig an eine schon fr\u00fcher angesprochene Erkl\u00e4rung erinnerte: \u00bbF\u00fcr uns nat\u00fcrlich nicht. Wir sind ja nur F\u00e4dchen im Netz, die nicht einmal das erkennen. Wenn aber einer das Netzwerk \u00fcberblicken und hineingreifen kann, dann \u2026\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbWirft er nicht mit Steinchen und schon gar nicht mit uns. Oder &#8211; klar so wird es sein &#8211; du bist von einem seiner Steine an deiner Birne getroffen worden! Dadurch kannst du die Zeit aushebeln und &#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbJa, ich kann es und du auch: Mit dem Tod! Wir haben doch geh\u00f6rt, dass nur bewusstes Leben Gegenwart von Zukunft und Vergangenheit trennt. Ohne dieses Denken gibt es keine Abfolge und keine Geschichte.\u00ab<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00bbDas ist vollendeter Quatsch!\u00ab, konterte Anele. \u00bbWir werden kaum zu einer Art seelischem Erbgut eines alten Griechen geh\u00f6ren. Und Galilei, Bruno und Genossen sind l\u00e4ngst vermodert. 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